Halleneinsturz Helfer bergen weitere Tote
Bad Reichenhall - Damit hat sich die Zahl der Toten auf 14 erhöht. Die Helfer bargen am Nachmittag eine weitere Leiche aus den Trümmern der eingestürzten Eissporthalle, wie Polizeisprecher Peter Huber sagte. Dabei handele es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine der beiden noch vermissten Personen, eine Frau und ein Mädchen. Der Tod sei zwar noch nicht bestätigt, aber der Körper leblos, sagte Huber. Zuvor hatten die Helfer bereits zwei tote Jungen aus den Trümmern geborgen.
Die gezielte Suche nach den Verschütteten war am frühen Morgen wieder aufgenommen worden. Rund 40 Prozent der Eisfläche seien nach den nächtlichen Räumarbeiten zwischenzeitlich wieder begehbar, hieß es. Mit Rettungshunden suchten die Einsatzkräfte weiter nach Vermissten. 13 Verletzte würden noch im Krankenhaus behandelt, jedoch befinde sich niemand mehr in kritischem Zustand, teilte die Polizei am Morgen mit.
Mit schwerem Räumgerät wurden die Arbeiten am Unglücksort in der Nacht zum Mittwoch fortgesetzt. Die Suche nach Verschütteten musste gestern Mittag zunächst eingestellt werden, weil weitere Trümmerteile beseitigt werden mussten, sagte Franz Sommerauer von der Polizei Traunstein. "Jetzt sind die Suchkräfte wieder auf dem Eis." Rund 200 Rettungskräfte waren am Morgen an der Unglücksstelle im Einsatz. Einer von drei Baggern war wegen eines technischen Defekts in der Nacht zeitweise ausgefallen. Der Schaden konnte jedoch schnell behoben werden. Ein Nachlassen der starken Schneefälle erleichterte den Helfern die Arbeit.
"Wir geben nicht auf"
"Wir geben nicht auf, bis auch die letzte Person gerettet beziehungsweise geborgen wurde", sagte Kreisbrandrat Rudi Zeif gestern Abend. Bisher haben die Hilfskräfte elf Tote aus der völlig zerstörten Halle geborgen. Die meisten Todesopfer sind Kinder oder Jugendliche, die beim Eislaufen überrascht wurden.
Vor dem Unglück war ungewöhnlich nasser und schwerer Schnee gefallen. Zwar wurde die Belastung des Daches kurz vor dem Einsturz überprüft, dennoch gab es Spekulationen über Versäumnisse der Behörden. Die Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Die Ermittler stellten Unterlagen und Pläne sicher, die nun von Sachverständigen begutachtet werden sollen.
Mit schwerem Räumgerät und Kränen, aber auch bloßen Händen hatten Hunderte Helfer gestern versucht, an die Verschütteten heranzukommen. Eine Außenwand wurde jedoch unter dem Druck der Trümmer weggedrückt. Statiker befürchteten, dass weitere Gebäudeteile einstürzen und auch noch Helfer unter sich begraben könnten. Die Arbeiten waren deshalb unterbrochen worden.
Krisen-Interventionsteams betreuten auch in der Nacht Angehörige der Opfer. Es gehe auch darum, die Todesnachricht an Angehörige zu überbringen, sagte Malteser-Sprecher Peter Volk. Für die Helfer im südostbayerischen Raum sei es das größte Unglück seit Jahrzehnten. Mit einer Lichterkette gedachten am Abend viele Menschen der Opfer. Am Dienstag kommender Woche soll es in Bad Reichenhall einen Trauergottesdienst von Freistaat, Landkreis und der Stadt geben.
Auch andernorts stürzten gestern unter der Schneelast Dächer ein, verletzt wurde aber niemand. Die Stadt Rosenheim sperrte vorsorglich eine Eishalle und eine Sporthalle. Aus Furcht vor einem möglichen Einsturz der Bahnsteigüberdachung wurde am Bahnhof Traunstein der Zugverkehr vorübergehend eingestellt.