Gottesdienst Haltern trauert um Opfer des Germanwings-Absturzes
Gottesdienst: Haltern trauert um Opfer des Germanwings-Absturzes
Foto: Marius Becker/ AP/dpaDie tiefe Trauer im westfälischen Haltern dauert gut eine Woche nach dem Absturz der Germanwings-Maschine an. Zu einem öffentlichen Gedenkgottesdienst für die Opfer der Flugzeug-Katastrophe in Südfrankreich kamen am späten Nachmittag zahlreiche Trauernde zur St.-Sixtus-Kirche. Der Gottesdienst wurde über Lautsprecher auch nach außen übertragen.
Einer Schätzung der Polizei zufolge versammelten sich etwa 500 Menschen zum Gedenken. Unter den Opfern der Tragödie sind 16 Schüler und zwei Lehrerinnen des Halterner Gymnasiums.
Bürgermeister Bodo Klimpel sowie die Pfarrer der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden hatten zu dem ökumenischen Gottesdienst eingeladen. Klimpel verlas die Namen der Verstorbenen. "Jeder in der Stadt kennt jemanden, der betroffen ist", sagte Martin Ahls, Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde. Schüler trugen sichtlich bewegt Einträge aus Kondolenzbüchern vor. Zahlreiche Trauerbekundungen in vielen Sprachen haben online die Stadt aus der ganzen Welt erreicht.
Bereits am Freitag waren Bundespräsident Joachim Gauckund Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraftzu einem Gedenkgottesdienst nach Haltern gekommen. In der nichtöffentlichen Veranstaltung für Schüler und Lehrer des Gymnasiums sowie Angehörige der Opfer hatte Gauck der trauernden Stadt sein Mitgefühl bekundet. Im Kölner Dom ist für den 17. April ein weiterer ökumenischer Gedenkgottesdienst für die Opfer geplant.
Der Airbus war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf an einer Felswand in den französischen Alpen zerschellt. 150 Menschen starben. Viele Hinterbliebene reisten inzwischen nach Südfrankreich in die Nähe der Absturzstelle. Der 27 Jahre alte Co-Pilot wird verdächtigt, die Maschine mit Absicht in die Katastrophe gesteuert zu haben. Nach Erkenntnissen der Ermittler war er vor Jahren suizidgefährdet. Für den Unglückstag war er krankgeschrieben.
Das Auswärtige Amt korrigierte unterdessen die Zahl der Deutschen unter den Toten von 75 auf 72. Die neue Zahl habe sich nach der Auswertung aller vorliegenden Informationen ergeben, hieß es.