Hamburg: Tierpark Hagenbeck vor dem Aus? - DER SPIEGEL
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Hamburg Tierpark Hagenbeck vor dem Aus?

Er ist einer der bekanntesten und ältesten Zoos Europas. Und er ist einer der wenigen dieser Größe, die sich in privater Hand befinden. Jetzt kommen auf den Hamburger Tierpark Hagenbeck harte Zeiten zu. Grund: Die Besucher bleiben aus.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Der Chef des Familienunternehmens, Joachim Weinlig-Hagenbeck, hofft nun auf kommunale Hilfe. Die Stadt müsse einspringen und Mittel für eine Modernisierung bereitstellen, forderte er. "Wir verpassen sonst den Anschluss und bleiben weit hinter anderen Zoos zurück, die mit Millionen staatlicher Gelder zu attraktiven Erlebnisparks umgebaut werden."

Den Besucherschwund von mehr als einer Million Besucher jährlich auf derzeit rund 700.000 führt der Chef des Familienunternehmens auf "bedrohliche" Konkurrenz aus dem Umland, wie der Unterwasserwelt "Sealife" in Timmendorfer Strand zurück. Zu den Zukunftsplänen Hagenbecks gehört daher auch der Bau eines Großaquariums auf dem Gelände des ehemaligen Delfinariums. "Wir suchen Investoren und sind bereits in Gesprächen", erklärte der Tierparkchef. Am dringlichsten sei jedoch der Bau eines neuen Affengeheges, für das neun Millionen Mark fehlten.

Um Geld für Investitionen lockerzumachen, entschied sich Hagenbeck Mitte der neunziger Jahre, einen Teil des Geländes zu verkaufen. Die Damp Holding AG wollte im Park ihre neue Endo-Klinik errichten. Nun droht das Projekt zu scheitern. "Wir verhandeln derzeit mit der Stadt und sind optimistisch, dass die Gespräche erfolgreich sein werden", meinte Weinlig-Hagenbeck. Schließlich könne es nicht der Wille der Stadt sein, den Tierpark in die Zweitklassigkeit abdriften zu lassen.