Hamburger Disko-Anschlag: Zwei Verletzte in Lebensgefahr - DER SPIEGEL
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Hamburger Disko-Anschlag Zwei Verletzte in Lebensgefahr

Nach dem Sprengstoffanschlag in einer Hamburger Diskothek hat die Polizei offenbar noch keine Spur zu Tätern und Hintergründen. Es gebe aber keinerlei Hinweise darauf, dass der Anschlag Prominenten gegolten habe. Unter den 1500 Gästen in der Disko waren auch Heiner Lauterbach und Til Schweiger. Zwei von den neun Verletzten schweben noch in Lebensgefahr.
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Hamburg - Die Hintergründe des Sprengstoffanschlags in einer Hamburger Discothek mit neun zum Teil lebensgefährlich Verletzten bleiben mysteriös. Inzwischen würden auch - so weit das möglich sei - die Opfer befragt, ob sie Beobachtungen gemacht haben. In der Discothek hatten unterem Schauspieler Heiner Lauterbach und seine Freundin Jenny Elvers, der Musiker und Produzent Dieter Bohlen sowie die Schauspieler Til Schweiger, Heinz Hoenig und Mark Keller gefeiert.

Der Zustand der beiden lebensgefährlich Verletzten - einer 23- Jährigen und einem 21 Jahre alten Mann - war am Sonntagnachmittag unverändert kritisch. Die Splitterhandgranate jugoslawischer Bauart war während einer Party mit rund 1500 Menschen in der Nacht zum Samstag in der Discothek "J's, Der Klub im Bunker" im Stadtteil St. Pauli kurz nach 03.00 Uhr detoniert.

Zu diesem Zeitpunkt hätten sich in dem Lokal im vierten Stock des Bunkers rund 1500 Menschen aufgehalten, sagte Polizeisprecher Hans- Jürgen Petersen. Bei den Opfern handelt es sich um eine 18-jährige Frau aus Hamburg, eine 23-Jährige aus Neuendorf in Schleswig- Holstein, vier junge Männer aus Hamburg im Alter zwischen 19 und 22 Jahren sowie einen 22-jährigen Mann aus Appel in Niedersachsen und einen 29-jährigen Hannoveraner. Die Verletzten hätten zum Teil schwerste Splitterverletzungen an Armen und Beinen sowie am Kopf.

Unter den Gästen eines Hamburger Partybetreibers, der zu der Veranstaltung eingeladen hatte, waren auch Schauspieler Lauterbach und seine Freundin Jenny Elvers. Beide hätten rund fünf Minuten vor der Detonation der Handgranate die Discothek verlassen, hieß es.

Wie aus dem Umfeld der Veranstalter verlautete, waren auch der Musiker und Produzent Dieter Bohlen sowie die Schauspieler Til Schweiger, Heinz Hoenig und Mark Keller auf der Party. Alle blieben unverletzt. Nach den bisherigen Ermittlungen gebe es keine Hinweise, dass es sich um einen gezielten Anschlag auf Prominente gehandelt habe, sagte der Polizeisprecher.

Die Splittergranate sei in einem von der Tanzfläche abgetrennten so genannten VIP-Raum explodiert, in dem sich eine Sitzecke und ein Tisch befinden, hieß es. Hier habe ein Sprengmeister des Hamburger Landeskriminalamtes Reste der Granate sichergestellt. Bei dem Sprengkörper handele es sich um einen Sprengsatz mit verheerender Wirkung, der bei seiner Detonation mehr als 2000 kleine Metallkugeln freisetzt, sagte Polizeisprecher Petersen. Die teilweise zerfetzten Polster der Sitzecke deuteten darauf hin, dass der Sprengkörper zwischen den Sitzen versteckt gewesen sei. Auf welche Weise die Handgranate gezündet wurde, ist noch unklar.

Die Polizei war zunächst von acht Verletzen ausgegangen. Ein neuntes Opfer - ein 24 Jahre alter Hamburger - hatte nach dem Anschlag zunächst seinen Hausarzt aufgesucht und sich erst später bei der Polizei gemeldet. Nach Polizeiangaben war der Mann durch Splitter im Rücken verletzt worden.