Hamburger Terrorprozess Iranischer Ex-Spion sagt aus
Hamburg - Nach Informationen von Mizoudis Verteidigerin Gül Pinar stellte Zakeri keine Bedingungen für sein Kommen. Er glaube aber offenbar, dass er wegen seiner Aussage gefährdet sei. Laut Pinar will Zakeri von seiner Quelle in Iran erfahren haben, dass Leute eingereist seien, die schon "vor seiner Haustür" stünden.
Nach Angaben des Bundeskriminalamtes hatte der Zeuge in einer Vernehmung gesagt, Mzoudi sei in die Logistik der Anschlagsvorbereitungen eingebunden gewesen. "Ich habe noch mehr Indizien, dass Mzoudi mit involviert war", sagte Zakeri dem "Hamburger Abendblatt". Dafür könne er einen Hauptzeugen in der iranischen Regierung benennen. In seiner BKA-Vernehmung sagte er zudem, iranische Behörden seien im Vorfeld über die Anschläge vom 11. September informiert gewesen. Er habe vergeblich versucht, die Amerikaner zu warnen.
Zakeri hatte schon im Jahr 2002 Kontakt zum Bundesnachrichtendienst, wurde aber nach umfangreichen Vernehmungen als nicht glaubhaft eingestuft. Ursprünglich sollte am Donnerstag bereits ein Urteil über Mzoudi gesprochen werden. Die Bundesanwaltschaft hatte die Höchststrafe von 15 Jahren Haft gefordert, die Verteidigung Freispruch beantragt. Wegen des überraschend aufgetauchten Zeugens trat das Gericht aber erneut in die Beweisaufnahme ein. Die Bundesanwaltschaft prüft die Glaubwürdigkeit des Zeugen.