Hamburger Terrorzelle Prozessauftakt im Oktober
Hamburg - Die Bundesanwaltschaft wirft Motassadeq vor, Mitglied der Terrorgruppe al-Qaida von Osama Bin Laden gewesen zu sein. Der 28-Jährige war im November 2001 in Hamburg unter dem dringenden Verdacht festgenommen worden, die Selbstmordpiloten unterstützt zu haben. Laut Generalbundesanwalt Kay Nehm soll der Student der Elektrotechnik mehrere Jahre lang intensive Kontakte zur so genannten Hamburger Gruppe um Terrorpilot Mohammed Atta gehabt haben. Er war nach Überzeugung von Nehm "bis zuletzt in die Attentatsvorbereitungen eingebunden". Eine maßgebliche Rolle soll er bei der Finanzierung der Aktivitäten gespielt haben. "Er war ein Rädchen, ohne das die Sache nicht funktioniert hätte", sagte Nehm. Nun muss sich Motassadeq, der schon 1996 Attas Testament als Zeuge unterschrieb, wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 3116 Fällen verantworten.
Motassadeqs Verteidiger, Josef Gräßle-Münscher, sagte: "Bleibt es bei diesem Vorwurf, müssen ihm 3116 Fälle einzeln nachgewiesen werden." Ihm als Wahlverteidiger des Marokkaners seien noch zwei Pflichtverteidiger zur Seite gestellt. Der Vorsitzende Richter Albrecht Mentz am Hamburger Oberlandesgericht betonte allerdings, das Hauptverfahren vor dem Oberlandesgericht sei noch nicht eröffnet. "Wir wissen noch keine Termine", sagte er.
Motassadeq hatte bei seiner Vernehmung am Bundesgerichtshof in Karlsruhe im Dezember bestritten, in die Pläne der Attentäter eingeweiht gewesen zu sein. Auch eine Verstrickung in Bin Ladens Terrornetz wies er von sich.