Handtaschenmode 11. September in Perlen gestickt
Von rechts nähert sich ein Flugzeug und steuert direkt auf einen Hochhausturm zu. Von links ist bereits ein Jet in den zweiten Turm des Gebäudes geflogen - die Heckflosse schwebt noch im himmelblauen Himmel. Der vordere Teil der Maschine verschwindet hinter einem gestickten Stern und Rauchwolken aus Perlen.
Für 159 Dollar wird die einbügelige Handtasche mit dem Motiv des Anschlags auf das World Trade Center verkauft - ein garantierter Blickfang. In Läden der australischen Kette Quick Brown Fox in Sydney und Melbourne ist das Stück zu haben, heißt es in einem Bericht der "Sunday Herald Sun". Inzwischen sei die Damenhandtasche fast ausverkauft.
Familienangehörige der Terroropfer zeigten sich von den modischen Accessoires entsetzt, heißt es in dem Bericht weiter. Mit 44 Jahren starb Peter Gyulavary am 11. September, als die United-Airlines-Maschine mit der Flugnummer 175 um 9.03 Uhr in den Südturm des World Trade Center raste. Sein in Australien lebender Zwillingsbruder Paul sagte dem Blatt, er verlange von der Firma eine Stellungnahme: "Ich will ihnen sagen, wer ich bin, und dann fragen, ob sie es noch immer in Ordnung finden, dieses Produkt zu verkaufen". Seine Frau Yvonne wird mit den Worten zitiert: "Was passiert ist, können wir nie mehr vergessen. Aber manche Menschen denken nur daran, wie sie Geld machen können."
Tess Reeves, Besitzerin der Quick Brown Fox Kette, hat die Taschen in Peking aufgestöbert. Für sie seien sie eine künstlerische Interpretation des tragischen Ereignisses. In Asien gebe es auch T-Shirts und Vasen mit Bildern vom 11. September. Selbst in New York seien bereits wenige Wochen nach den Terrorattacken Hemden mit dem Bild der brennenden Türme und der Aufschrift "Ich kann nicht glauben, dass ich rausgekommen bin" verkauft worden.