DFB: Hansi Flick - Experimente ohne Spielidee - DER SPIEGEL
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DFB Experimente ohne Spielidee

10.09.2023
• aus SPIEGEL Chronik 1/2023
Bundestrainer Flick
Bundestrainer Flick

Bundestrainer Flick

Foto: Gladys Chai von der Laage / IMAGO

Als das Aushängeschild des deutschen Fußballs in Scherben lag, als die Nationalmannschaft die dritte Niederlage in Folge kassiert hatte, ein peinliches, verdientes 1:4 gegen Japan, da glaubte ihr Trainer Hansi Flick immer noch, sich mit Durchhalteparolen aus der Krise winden zu können: »Wir sind überzeugt von dem, was wir machen, und deshalb geht es mit mir auch weiter.« Das war der geradeste Satz, den Flick in die Fernsehkamera sprach, der Rest war überwiegend hilfloses, trotziges Stammeln. Nicht mal 24 Stunden später befand DFB-Präsident Bernd Neuendorf, die Trennung vom Bundestrainer sei »unumgänglich«.

In den letzten 17 seiner insgesamt 25 Länderspiele als Chefcoach hatte Flick nur vier Siege erzielt, eine für deutsche Ansprüche katastrophale Bilanz. Hatten Öffentlichkeit und DFB-Spitze das frühe Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft in Katar Anfang Dezember 2022 noch mit unglücklichen Umständen entschuldigt, so waren die Vorstellungen 2023 nahezu durchgängig blamabel.

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Flick experimentierte ohne Plan, weder war eine Spielidee erkennbar noch zeichnete sich eine Elf ab mit eingeübten Automatismen. Auf Kritik reagierte der Fußballlehrer aus Bammental in Nordbaden zunehmend dünnhäutig bis beleidigt.

Wie auch immer es dazu kommen konnte, dass Flick 2020 als Trainer des FC Bayern in einem Jahr sechs Titel gewann: An seiner Aura und seiner Überzeugungskraft wird es nicht gelegen haben. Das machte ein vierteiliger Dokumentarfilm über die WM in Katar deutlich, der unmittelbar vor dem Japan-Spiel veröffentlicht wurde. Danach schien bereits klar, dass die Verantwortung für die Europameisterschaft 2024 im eigenen Land besser einem anderen Coach überlassen werden sollte. Der DFB entschied sich für Julian Nagelsmann, auch einen ehemaligen Bayern-Trainer.

wei
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