Harald Schmidts Jugendsünden Ein Fall für die Polizei
Ludwigsburg - Schmidt hatte in seiner Show vom 7. Februar 2002 zum wiederholten Male erwähnt, als Jugendlicher sein Mofa frisiert zu haben. Daraufhin leitete ein Polizist aus Hemmingen im Kreis Ludwigsburg ein Strafverfahren gegen den Entertainer ein. Gerade er als "Person des öffentlichen Lebens" solle sich seiner Vorbildrolle bewusst sein.
Mediengerecht las Schmidt in der Sendung am Dienstag den Schriftsatz in der Sat.1-Show vor. "Sie haben die Möglichkeit auch schon vor ihrer Vernehmung (Schmidt verzieht entsetzt das Gesicht) zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen." Doch das lehnte er ab und kreuzte im polizeilichen Anhörbogen das entsprechende Feld an: "Ich möchte mich zur Sache nicht äußern." Er wolle sich "nicht selbst belasten", sagte er dazu. Auch auf einen Anwalt werde er verzichten. "Das fehlt mir noch, dass ich einen Anwalt auf meine Kosten ins teuerste Hotel von Den Haag einquartiere," sagte der Schwabe.
Selbst wenn er damals - also vor rund 28 Jahren - angezeigt worden wäre und "ich lebenslänglich gekriegt hätte, wäre ich mittlerweile entweder in eine psychische Heilanstalt eingewiesen worden oder wieder auf freiem Fuß". Gleichzeitig sagte Schmidt, er wolle nicht geschont werden. "Ich möchte, dass ein deutsches Gericht diesen Fall klärt."
Doch Schmidt muss um seine Freiheit nicht bangen. Nach Angaben der zuständigen Polizeidirektion Ludwigsburg ist der Fall längst verjährt. Warum der Kollege den Brief geschrieben hat und was er damit bezweckte, sei nicht klar, sagte Polizeisprecher Rainer Daffner. Daffners Kollegin, Ute Kuhn, sagte gegenüber SPIEGEL ONLINE: "Zumindest hat es sich ernst angehört."