Harter Winter: Schnee und Chaos beherrschen Teile der USA - DER SPIEGEL
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Harter Winter Schnee und Chaos beherrschen Teile der USA

Eis und Schnee hatten in den vergangenen Tagen viele Gebiete der USA fest im Griff. Verschiedenen Berichten zufolge starben mindestens 42 Menschen an den Folgen des Wintereinbruchs, die meisten bei Unfällen. Auch die Stromversorgung brach zusammen.
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Hamburg - Eine halbe Million Menschen mussten ohne Strom auskommen, weil die oberirdischen Leitungen unter der Last des Eises zusammenbrachen. Nach starken Niederschlägen legte sich ein Eispanzer von mehr als sieben Zentimeter Dicke über Teile des Bundesstaates Oklahoma. Selbst in Kalifornien wütete der Winter: In den Plantagengebieten wuchsen Eiszapfen an den fast reifen Orangen. Die Obstbauern befürchten Millionenverluste.

Dennis Feltgen vom Nationalen US-Wetterdienst sprach von einem "richtig heftigen Einbruch", der sich über Tausende Kilometer hinweg vom Bundesstaat New Mexico an der Südgrenze bis hin in den Neuenglandstaat Maine an der Grenze zu Kanada erstreckte. "Die Bedingungen sind wirklich sehr schlecht", sagte Feltgen. "Mit all dem Eis knicken die Bäume ein und reißen die Stromleitungen mit sich", sagte der Experte über die Lage im besonders betroffenen Staat Oklahoma. "Es ist nicht so, dass es nur hier und da einen Schaden gibt. Das ganze Netz ist kaputt." Die Reparatur werde mehrere Tage beanspruchen.

Viele Menschen mussten in ihren Häusern und Wohnungen der Kälte trotzen, da zahlreiche Haushalte in den USA mit Strom beheizt werden. Mindestens zwei Menschen starben in ihren Häusern an einer Kohlenmonoxidvergiftung; offenbar wurde das Gas freigesetzt, als sie wegen des Stromausfalls ihre Unterkünfte mit Brennöfen beheizen wollten. Allein in Oklahoma starben seit Freitag mindestens 14 Menschen. In Missouri bezifferten die Behörden die Zahl der Unwetter-Toten auf acht, in Kansas auf fünf. Bei ihrem Durchzug nach Westen schwächte sich die Kaltfront heute langsam ab und bewahrte Metropolen wie New York oder Boston vor Schlimmerem.

In Texas rief Gouverneur Rick Perry die Nationalgarde ein, weil 15 Zentimeter Regenfall im Zentrum des Bundesstaats für Überschwemmungen sorgten. Die Behörden stellten sich auf eine Verschärfung der Lage ein: Bis morgen wurde heftiger Eisregen erwartet, unter anderem in den Großstädten Houston und Laredo. In Los Angeles wurde am Montag mit zwei Grad Celsius der kälteste Wert seit 75 Jahren gemessen. Die Behörden fürchteten, dass 70 Prozent der Orangen- und Zitronenernte im Obstbaugebiet Central Valley durch die Kälte vernichtet sein könnten. Der Schaden könnte mehrere hundert Millionen Dollar betragen.

bri/AFP