Hawaii verabschiedet umstrittenes Prostitutionsgesetz - DER SPIEGEL
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Umstrittenes Gesetz in Hawaii Verdeckte Ermittler dürfen Sex mit Prostituierten haben

Eigentlich hatten die hawaiianischen Gesetzgeber härtere Strafen  für Prostitution anvisiert. Auch eine umstrittene Sonderklausel, wonach verdeckte Ermittler im Job Sex mit Huren haben dürfen, sollte gekippt werden. Doch die Polizei beharrte auf der Ausnahmeregelung.
Polizeistation in Honolulu: Umstrittene Ausnahmeregelung
Polizeistation in Honolulu: Umstrittene Ausnahmeregelung

Polizeistation in Honolulu: Umstrittene Ausnahmeregelung

Foto: AP/dpa
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Honolulu - Hawaiianische Undercover-Ermittler dürfen in ihrem Job wohl weiterhin Sex mit Prostituierten haben. Ein neuer Gesetzesvorstoß hatte eigentlich darauf gezielt, die Strafen für Zuhälter in dem US-Bundesstaat zu verschärfen und die bestehende Ausnahmeregelung zu kippen. Polizisten hatten vor Abgeordneten jedoch ausgesagt, die Ausnahme müsse beibehalten werden, da sie verdeckten Ermittlern bei der Arbeit helfe. Gesetzesbrecher könnten so auf frischer Tat ertappt werden.

Seitens der Polizei wurde nicht bekannt, wie oft und ob überhaupt diese Möglichkeit genutzt werde. Interne Vorschriften würden dafür sorgen, dass diese Möglichkeit nicht ausgenutzt werde, erklärten die Beamten lediglich.

Der Vorstoß löste weit über die Grenzen Hawaiis eine hitzige Debatte aus. Gegner kritisieren die Ausnahmeregelung als unnötig. Dadurch würden Sexarbeiter nur noch mehr zu Opfern gemacht, heißt es von Menschrechtlern. Demnach gibt es auf Hawaii viele Zwangsprostituierte.

Derek Marsh, Ausbilder bei der kalifornischen Polizei im Bereich Menschenhandel, nannte die Ausnahme "im besten Fall antiquiert". Die Polizei könne ohne weiteres ohne diese Regel auskommen. "Es hilft in einem Fall nicht weiter, wenn man schlimmstenfalls jemanden weiter traumatisiert."

Missbrauch durch die Polizei sei Teil des Prostituierten-Daseins, sagte Melissa Farley, Chefin der US-Organisation "Prostitution Research and Education".

Das entsprechende Papier hat das Parlament schon durchlaufen, am Freitag berät ein Senatskomitee darüber.

gam/AP