Heckenschütze Staatsanwalt will Todesstrafe fordern
Washington - Staatsanwalt Douglas Gansler erklärte am Freitagabend in Rockville, Muhammad müsse im Falle eines Schuldspruchs mit seiner Hinrichtung rechnen. Er deutete jedoch an, dass der Staat für Malvo nicht die Todesstrafe beantragen werde. Der 17-Jährige solle jedoch ein Gerichtsverfahren wie ein Erwachsener erhalten.
Muhammad und Malvo sollen für die insgesamt 14 Sniper-Attacken verantwortlich sein. Den Festgenommenen, einem Golfkriegsveteranen und seinem Stiefsohn, werden 13 Anschläge mit zehn Toten und drei Verletzten angelastet. Bei einem 14. Attentatsversuch verfehlte der Schütze sein Ziel.
Die beiden werden auch im US-Bundesstaat Alabama wegen Mordes angeklagt. Wie die Polizei am Freitag in Montgomery mitteilte, gibt es erdrückende Beweise, dass die beiden bei einem Raubüberfall auf einen Laden in Alabama am 21. September dieses Jahres eine Verkäuferin erschossen haben. Eine weitere Frau wurde schwer verletzt.
Am frühen Donnerstagmorgen hatte die Polizei an einem Rastplatz in Maryland den ehemaligen US-Soldaten und Golfkriegsveteranen John Allen Muhammad und einen Jugendlichen in ihrem Auto schlafend festgenommen. US-Präsident George W. Bush beglückwünschte die Polizei zu ihrem Fahndungserfolg und sagte: "Sie haben viele Familien von einem Schatten der Angst befreit."
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Vor allem Virginia drängt darauf, die Prozesse durchzuführen, da dort die Hürden für die Verhängung der Todesstrafe niedriger sind als in Maryland. Wie die Polizei in der Nacht zum Freitag mitteilte, haben ballistische Untersuchungen inzwischen ergeben, dass ein im Auto der beiden Männer gefundenes Sturmgewehr der Waffe entspricht, mit der mindestens elf der Anschläge verübt wurden. Außerdem wurde im Fahrzeug eine Vorrichtung entdeckt, die es möglich machte, direkt aus dem Kofferraum heraus zu schießen.
Der Polizeichef von Montgomery im US-Bundesstaat Maryland, Charles Moose, sagte: "Wir sind dem Terror nicht gewichen. Ja, wir haben alle Angstgefühle gehabt, aber am Ende hat die Entschlossenheit gesiegt."
Einen Rest an Unsicherheit gibt es jedoch noch: "Wir haben unsere Arbeit noch nicht ganz beendet." Es werde weiterhin nichts ausgeschlossen. "Aber wir schätzen die gegenwärtige Entwicklung sehr positiv ein", fügte er hinzu.
Die Polizei kam den Männern offenbar in Verbindung mit einem anderen Fall auf die Spur, der sich im September im Bundesstaat Alabama ereignet hatte. Malvo sieht nach Polizeiangaben dem Fahndungsbild eines Mannes sehr ähnlich, der bei einem Überfall auf einen Spirituosengeschäft eine Frau getötet haben soll.