Heckenschützen-Prozess: "Begnadigung ausgeschlossen" - DER SPIEGEL
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Heckenschützen-Prozess "Begnadigung ausgeschlossen"

Zehn Menschen hat der Heckenschütze John Allen Muhammad gemeinsam mit einem Komplizen erschossen. Dafür erhielt er bereits die Todesstrafe. Nun verurteilte ein Gericht im US-Staat Maryland ihn zudem zu mehrfach lebenslanger Haft.
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Rockville - "Sie werden jeden Tag ihres restlichen Lebens eingesperrt in einem Käfig verbringen", sagte Richter James Ryan heute zu Muhammad. Das Gericht verurteilte den Washingtoner Heckenschützen wegen sechsfachen Mordes zu sechs Mal lebenslanger Haft. Eine Begnadigung und vorzeitige Haftentlassung sei ausgeschlossen, betonte der Richter.

Die Anklage begrüßte das Urteil als Versicherung für den Fall, dass die bereits verhängte Todesstrafe gegen Muhammad jemals wieder aufgehoben werden sollte. Wegen zweier Morde war er bereits im US-Staat Virginia zum Tode verurteilt worden. Der Angeklagte, der sich in dem jüngsten Prozess selbst verteidigt hatte, wird nach Angaben der Behörden möglicherweise schon heute wieder nach Virginia zurückgebracht.

Der inzwischen 45-jährige Muhammad und sein damals 17-jähriger Komplize John Malvo hatten die Region um die US-Hauptstadt Washington im Herbst 2002 in Angst und Schrecken gehalten. Vom 2. Oktober bis zu ihrer Festnahme am 22. Oktober schossen die beiden Männer wahllos Passanten aus dem Hinterhalt nieder.

Als Motiv gab Malvo Muhammads Abscheu für die Vereinigten Staaten an. Sein früherer Komplize habe die USA wegen der "Sklaverei", ihrer "Heuchelei" und ihrer Außenpolitik gehasst. Der heute 21-Jährige sagte in dem Prozess in Maryland erstmals gegen seinen ehemaligen Ziehvater aus. Er gestand auch, dass er drei Mal selbst geschossen habe. Er wurde in Virginia bereits zu lebenslanger Haft verurteilt, sein Prozess in Maryland soll im Herbst beginnen.

str/AP

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