Heckenschützen: "Sinnloses Morden" - DER SPIEGEL
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Heckenschützen "Sinnloses Morden"

Die mutmaßlichen Sniper von Washington gehören offenbar zu den grausamsten Killern der jüngeren Geschichte. Fast täglich steigt die Zahl der Verbrechen, die ihnen zur Last gelegt wird. Nun kommt ein weiteren Mord hinzu, die Polizei ermittelt in 23 Fällen - Mord, Totschlag, Raub.
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Washington - Nach einem ballistischen Vergleich ist sich die Polizei sicher, dass der äthiopische Einwanderer Million Waldemarin am 21. September in Atlanta mit derselben Waffe erschossen wurde, die man später in der Nähe eines Mordschauplatzes in Alabama fand. Dort wurde bei einem Raubüberfall eine Verkäuferin erschossen. Ein Polizist will anschließend die mutmaßlichen Heckenschützen erkannt haben. Der Raubüberfall ereignete sich nur 19 Stunden nach dem Mord in Georgia.

Damit werden die beiden mutmaßlichen Heckenschützen John Allen Muhammad, 41, und sein Stiefsohn John Lee Malvo, 17, verdächtigt, im Laufe der vergangenen Monate insgesamt 15 Menschen bei Raubüberfallen oder gezielten Morden erschossen und drei weitere schwer verwundet zu haben. Andere Fälle werden noch untersucht, von fünf weiteren Attentaten ist zur Zeit die Rede. Quer durch Amerika bis in den Bundesstaat Washington an der Westküste werden jetzt Mordfälle neu aufgerollt. Dort hatten die beiden Angeklagten gelebt, bevor sie sich auf ihre Reise quer durch die USA nach Washington, D.C. machten.

Die mutmaßlichen Heckenschützen werden am Freitag das erste Mal vor Gericht erscheinen. Zur Zeit befinden sie sich in einem Hochsicherheits-Gefängnis in Virginia. In diesem Bundesstaat soll auch das Urteil gesprochen werden. Nach tagelangen Diskussionen über den Ort der Verhandlung hatte sich die Regierung für Virginia entschieden. US-Justizminister John Ashcroft erklärte, dort existierten "die besten Gesetze, die beste Beweislage und die besten Strafen". In Fällen von "brutalen, sinnlosen Morden" sei es "zwingend", dass die schwerst möglichen Strafen verfügbar seien, sagte Ashcroft.

In Virginia könnte die Todesstrafe gegen die Heckenschützen selbst dann verhängt werden, wenn die Staatsanwaltschaft nicht nachweisen kann, welcher von den beiden Angeklagten die tödlichen Schüsse abgab. Diese Änderung trat dort im Zuge eines Anti-Terror-Gesetzes nach dem 11. September 2001 in Kraft. Außerdem erlaubt der Staat auch die Exekution von 17-Jährigen. 86 Personen wurden in Virginia hingerichtet, seitdem der Bundesstaat 1976 die Todesstrafe wieder einführte. Übertroffen wird diese Zahl in den USA nur von Texas.

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