Heilige Karriere - DER SPIEGEL
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SACHBUCH Heilige Karriere

• aus DER SPIEGEL 45/2002
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Am Anfang war das Wort, man schrieb es auf, man druckte es, Johannes Gutenberg etwa, Mainz 1455/56, und so machte das Buch Karriere. Und wie: Aus dem Mittelalter seien mehr Bibelabschriften erhalten als sonstige Artefakte, schreibt Christopher de Hamel; und die Bibel sei das seit über tausend Jahren am weitesten verbreitete Buch. Diese heilige Karriere hat Hamel, britischer Historiker aus Cambridge, nachgezeichnet; sein Buch ist allerdings keine theologische Auseinandersetzung, sondern erzählt die Verbreitungsstory der Bibel nach - beginnend in Betlehem, kreuz und quer durch Europa, bis zur missionarischen Verbreitung in Fernost, Afrika, im Südpazifik. Das Resultat ist ein prachtvoll illustriertes Nachschlagewerk, faktenreich und ergänzt um eine aufwendige Bibliografie. Vielleicht liest sich das Werk nicht gerade wie ein Krimi; vielleicht muss aber der Historiker, der so was schafft, auch noch geboren werden. Doch immerhin schreibt Hamel, Experte für mittelalterliche Handschriften, einen klaren Stil, er reichert seine zwölf Kapitel mit amüsanten Histörchen an und führt den Leser durch die Jahrtausende und die Kulturen.

Christopher de Hamel: »Das Buch. Eine Geschichte der Bibel«.Phaidon Verlag, Berlin; 352 Seiten; 39,95 Euro.

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