Helgoland: 47 Robbenbabys nach Sturm "Xaver" vermisst - DER SPIEGEL
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Vermisste Robben auf Helgoland: "Sicher viele ins Meer gekommen"

Foto: Rainer Jensen/ picture alliance / dpa

Verwüstungen durch Orkan 47 Robbenbabys auf Helgoland vermisst

Auf der Nordseeinsel Helgoland hat Sturm "Xaver" offenbar ein kleines Tierdrama verursacht. 47 Baby-Kegelrobben werden seit dem Orkan auf der vorgelagerten Düne vermisst. Das Unwetter war mitten in der Wurfsaison über die Insel hereingebrochen.
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Helgoland - Nach dem Orkantief "Xaver" werden auf Helgoland fast 50 Robbenbabys vermisst. Das bestätigte der Tourismusdirektor der Insel, Klaus Furtmeier, auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Schauplatz des Dramas ist die Helgoland vorgelagerte Badedüne, die unter anderem für ihre Robbenpopulation bekannt ist.

"Die Weibchen robbten über die Strände und suchten ihre Jungtiere, und die Jungtiere robbten und riefen und quakten nach ihrer Mutter", sagte Helgolands Naturschutzbeauftragter Rolf Blädel der Nachrichtenagentur dpa. Von den 141 Robbenbabys, die in diesem Winter auf der Nordseeinsel geboren wurden, habe er nur noch 94 entdeckt. "Es war deprimierend", sagte Blädel.

Tourismusdirektor Furtmeier sprach von einem ungewöhnlichen Vorgang. "Sollten sich diese Verluste bewahrheiten, wäre das schon ein Flurschaden." Bei einem großen Sturm hätten die Jungtiere nicht viel Zeit, sich ins Innere der Düneninsel zu bewegen. "Es sind sicher viele ins Meer gekommen", sagte er. Es sei aber möglich, dass die Zahlen noch nach unten korrigiert würden.

"Die werden kaum überlebt haben"

Kegelrobben bringen nach Angaben der Helgoländer Kurdirektion ihren Nachwuchs im November und Dezember auf den Stränden der Düne zur Welt. Gegen Wind und Kälte schützt die 10 bis 14 Kilogramm schweren Jungtiere normalerweise ihr dichtes Fell. "Ganz junge Tiere haben aber noch keine schützende Speckschicht, die werden kaum überlebt haben", sagte Furtmeier.

Fünf Babyrobben, die ihre Mutter nach dem Sturm nicht mehr finden konnten, wurden Furtmeier zufolge eingefangen und in die Seehundstation nach Friedrichskoog gebracht.

Helgoland selbst war während des Orkans nach Angaben der Gemeindeverwaltung glimpflich davongekommen. Für die vorgelagerte Düne falle eine erste Schadensbilanz jedoch erschütternd aus, heißt es in einer Mitteilung von Bürgermeister Jörg Singer.

So habe der Sturm rund 50.000 Kubikmeter Sand von den Stränden weggerissen. Das entspreche etwa dem zehnfachen Volumen des Helgoländer Wahrzeichens, der Felsnadel "Lange Anna". "Ohne professionelle, fremde Hilfe dürfte es aus heutiger Sicht nicht gelingen, die Strände bis zum Saisonstart wieder herzurichten, zumal die Sturmsaison erst begonnen hat", sagte Furtmeier.

rls/dpa