"Purple Beach" Retter fürchten Frachter-Explosion vor Helgoland
Frachter "Purple Beach": "Wir wissen nicht, was im Laderaum passiert"
Foto: Havariekommando/ dpaVor Helgoland liegt ein mit Düngemitteln beladenes Schiff führerlos in der Nordsee. Die Besatzung der "Purple Beach" hatte am Montagabend Rauchentwicklung in einem der Laderäume des 192 Meter langen Frachters bemerkt. Anschließend hatte die Crew den Laderaum mit Kohlendioxid geflutet, um das Feuer zu ersticken.
Weil bei anschließenden Messungen bereits Schadstoffe in der Luft festgestellt wurden, waren die 22-köpfige Crew und ein Brandbekämpfungsteam danach zu Untersuchungen in Krankenhäuser geflogen worden - insgesamt 36 Menschen. Schwer verletzt wurde aber niemand.
Wie "Radio Bemen" meldet, hat eine Düngemittel-Wolke bereits Bremerhaven und Cuxhaven erreicht. Mehrere Einwohner hätten in der Nacht bei der Polizei angerufen und einen seltsamen Geruch in der Luft gemeldet, sagte der Sprecher des Havariekommandos, Michael Friedrich. Gefahr würde durch die Wolke nicht bestehen. Die Anwohner wurden aber aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Flugzeuge versuchen derzeit, die Wolke mit Sprühwasser zurückzudrängen.
Das Havariekommando in Cuxhaven fürchtet, die "Purple Beach" könnte explodieren. "Wir haben seeseitig und in der Luft einen Sicherheitsradius von fünf Kilometern um das Schiff eingerichtet, da wir chemische Reaktionen wie etwa Explosionen nicht ausschließen können", sagte Hans-Werner Monsees, Leiter des Havariekommandos.
Die "Purple Beach" fährt unter der Flagge der Marshallinseln
Mehrere Rettungsschiffe seien derzeit in sicherem Abstand zu dem Frachter auf See. Sie würden mit speziellen Sensoren messen, ob bestimmte Schadstoffe in der Luft sind. "Noch besteht keine Gefahr für die Umwelt", sagte Michael Friedrich, Sprecher des Havariekommandos. Das würde sich allerdings ändern, sollte der Frachter explodieren oder anderweitig Dünger ins Meer geraten.
Die Messung der sogenannten Analytischen Task Force habe ergeben, dass die Situation auf dem havarierten Schiff keinen weiteren Personaleinsatz zulasse.
An der Außenhaut des Schiffs betrug die Temperatur zeitweise 45 Grad. "Man kann daraus aber nur wenige Schlüsse auf die Innentemperatur ziehen", sagte Friedrich. Die Ursache sei weiterhin unklar. "Wir wissen nicht, was im Laderaum passiert."
Die "Purple Beach" unter der Flagge der Marshallinseln liegt derzeit etwa 30 Kilometer westlich von Helgoland.