Herbert Kroemer – Nachruf - DER SPIEGEL
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Gestorben Herbert Kroemer, 95

• aus DER SPIEGEL 12/2024
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Doris Poklekowski / akg-images

Er langweile sich, beklagte sich der Schüler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums in Weimar einmal. Sich in Würde langweilen zu können sei eine der Fähigkeiten, die er lernen müsse, erwiderte die Lehrerin. Im Jahr 2000, mehr als 50 Jahre später, erinnerte Herbert Kroemer sich an diese Kindheitsepisode. Da hatte ihm soeben der schwedische König den Physik-Nobelpreis überreicht.

Zeitlebens bewahrte sich Kroemer seine Neugier, und stets war er dabei seiner Zeit voraus. 1954 emigrierte er im Alter von 26 Jahren in die USA und wurde dort zu einem Pionier der Halbleiterphysik. Für die praktischen Probleme, mit denen sich die Kollegen herumschlugen, interessierte Kroemer sich weniger. Stattdessen tüftelte er Erfindungen aus, die niemand verwirklichen konnte. So erfand er das Prinzip der Hochfrequenz-Transistoren und der Halbleiterlaser, lange bevor jemand sie bauen konnte. Erst Jahrzehnte später zeigte sich, dass diese Erfindungen bahn­brechend für die Entwicklung der Mobilfunktechnologie waren. Herbert Kroemer starb am 8. März.

jg
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