Herbst- und Wintermode Die Renaissance der Üppigkeit
Hamburg - Minimalismus war gestern - es lebe der Pomp. An Plüsch und glänzenden Stoffen in allen Farben wird in der kommenden Saison nicht gespart, Lackschuhe feiern ein fulminantes Comeback. John Galliano schwelgte bei der Schau seiner Damenkollektion in Glanz und Gloria mit aufwendig gemachten Roben in Leuchtfarben, mit Pelzbesatz und raffinierten Schnittdetails.
Um den Hals legt sich die modebewusste Frau im Herbst und Winter beinahe alles, was sie finden kann: Egal ob es aus Spitze, Fell oder Federn ist. Aufwendige Kragen fanden sich bei vielen der großen Labels. Bei den Schnitten dominierten an Origami erinnernde Faltendesigns.
Vivienne Westwood zeigte Überdimensioniertes: Röcke, Hosen und Hüte waren allesamt riesig. Ansonsten präsentierte sie einen modernisierten Urmenschen-Look. Höhlenzeichnungen zierten ihre gerafften Kleider und lockeren Strickteile.
Übergroße Kleidung ist das Thema, das die Schauen der verschiedenen Designer eint. Nach der Präsentation seiner eigenen Linie, bei der die Models sehr angezogen wirkten, sagte Karl Lagerfeld: "Es gibt doch genug Unbedecktes." Die lodengrünen Mäntel, die die Models zu strahlend weißen Blusen trugen, wurden mit Netzstrümpfen und Lederhandschuhen in Leuchtfarben abgerundet.
Der Antwerpener Dries van Noten ließ bei seiner Schau den Backstage-Bereich hinter einem Netzvorhang sichtbar werden. Die Zuschauer sahen somit zunächst mal eine Art "Making Of": Das hektische Treiben vor einer Schau, Mannequins vor dem Schminkspiegel, die Ankleidehilfen, die Aufstellung vor dem Defilee.
han/dpa