Herbstorkan Sturmwarnung für Deutschland
Offenbach/Bochum - Der Sturm ist laut dem Wetterdienst Meteomedia derzeit auf dem Weg von Belgien über Deutschland in Richtung Tschechien. Die schweren Orkanböen in der Nacht zum Freitag werden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor allem Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Baden-Württemberg und Bayern treffen. Die Unwetterwarnung gilt zudem für den Landkreis Wernigerode in Sachsen-Anhalt sowie jeweils die südlichen Teile Nordrhein-Westfalens, Thüringens und Sachsens bis 10.00 Uhr am Freitagmorgen. Besonders die Region entlang einer Linie vom Hunsrück bis zum Erzgebirge könne betroffen sein, hieß es.
Im Flachland könne es zu orkanartigen Böen mit Windgeschwindigkeiten um 110 Kilometer in der Stunde (Windstärke 11) kommen, warnt der DWD. Im Bergland seien Orkanböen zwischen 130 und 150 Kilometern (Windstärke 12) in der Stunde möglich. "Das könnte der schwerste Sturm seit 'Lothar' an Weihnachten 1999 werden", sagte ein Meteorologe von Meteomedia. Ähnlich äußerte sich der Deutsche Wetterdienst in Offenbach. "Lothar" hatte damals in mehreren Ländern Westeuropas Milliardenschäden verursacht.
Ursache für den erwarteten Sturm ist nach überstimmenden Angaben ein Tiefdruckgebiet, das mit großer Geschwindigkeit über die Mitte Deutschlands nach Osten hinweg zieht und sich dabei noch verstärkt. Dass sich ein solcher Orkan über dem Festland und nicht über dem Meer bildet, ist Meteomedia zufolge ein äußerst ungewöhnliches Ereignis. Tschechien und Teile der Ukraine könnten noch stärker betroffen sein.