Orkanböen und Schnee in Deutschland Hier wird es stürmisch
Sturm bei St. Peter-Ording (Archivbild)
Foto: Wolfgang Runge/ picture alliance / Wolfgang Runge/dpaSchon am Samstagmittag hat es vielerorts in Deutschland stramm aus nordwestlicher Richtung geweht. Doch diese stürmischen Böen, für die eine Strömung zwischen dem Tiefdruckgebiet "Grischa" und dem Hoch "Vera" verantwortlich ist, sind nur der Vorbote. Nach einer abendlichen Ruhe naht schon der nächste, schwerere Sturm.
Mit "Herwart" wird in der Nacht zu Sonntag bereits der dritte Herbststurm des Jahres erwartet. Seine volle Kraft dürfte er nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Deutschland im Laufe des Sonntagvormittags entfalten.
An der Nordsee und im höheren Bergland müsse sogar mit Orkanböen gerechnet werden, warnten die Meteorologen am Samstag. So werden an der Nordsee Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern in der Stunde erwartet. Im Westen und Südwesten hingegen ist die Sturmgefahr nach DWD-Angaben geringer. Ungemütlich kann es trotzdem werden: Landesweit wird mit schauerartigem und teilweise gewittrigem Regen gerechnet.
Voraussichtlich fällt "Herwart" nicht ganz so stark aus wie "Xavier" Anfang Oktober. Das Fortschreiten des Herbstes könnte zudem dazu beitragen, dass er weniger zerstörerisch wirkt als sein Vorgänger: Die Bäume tragen weniger Laub als vor vier Wochen und bieten damit weniger Angriffsfläche. Vor allem im Norden und Osten Deutschlands sind Spaziergänge oder Frühsport im Wald dennoch gefährlich.
Am Sonntagmittag lässt der Wind dann von Nordwesten her allmählich nach, auch wenn es hier und da noch kurze Schauer, teils mit Graupel, geben kann. In der Nacht zum Montag lässt der Wind dann weiter nach, an den Küsten sowie im höheren Bergland muss allerdings auch weiterhin mit Sturmböen gerechnet werden.
In der sich einstellenden nordwestlichen Strömung besteht nach DWD-Angaben an der Nordseeküste die Gefahr einer Sturmflut. Außerdem werde auch polare Kaltluft zu uns geführt, womit die Schneefallgrenze in der Nacht zum Montag gebietsweise sogar auf etwa 600 Meter absinken wird. Entsprechend rechnen die Meteorologen in den östlichen Mittelgebirgen sowie in den Alpen in höheren Lagen mit etwas Schnee, der aber nur "die Hochlagen etwas anzuckern" werde.
Wetter macht Liebe: Wie Wind und Wolken unsere Gefühle verändern und andere rätselhafte Phänomene der Erde - Ein SPIEGEL-Buch
Bojanowski, AxelDie Deutsche Bahn bereitet sich vorsichtshalber auf Sturmeinsätze vor. Das Personal werde verstärkt und Reparaturtrupps stünden bereit, sagte ein Bahn-Sprecher. Etwaige Sturmschäden an Oberleitungen und umgestürzte Bäume im Gleisbett sollen schnellstmöglich beseitigt werden. Auch sei "der Einsatz mobiler Einsatztrupps mit Kettensägen" geplant, sagte der Sprecher.
Der DWD erwartet keine großflächigen Beeinträchtigungen im Verkehr. An einzelnen Orten könne es durch umgestürzte Bäume oder Ähnliches aber durchaus zu Einschränkungen kommen, das sei aber schwierig vorauszusagen.