Hessen Umstrittene LKA-Chefin Thurau muss gehen
Ex-LKA-Chefin Sabine Thurau im November im Frankfurter Landgericht
Foto: Boris Roessler/ dpaWiesbaden - Als erste Frau in Deutschland stieg Sabine Thurau zur Leiterin eines Landeskriminalamts auf. Jetzt ist sie ihren Job endgültig los. Thurau sei am Dienstag davon in Kenntnis gesetzt worden, dass sie ihre Probezeit nicht bestanden habe, sagte ein Sprecher des hessischen Innenministeriums am Mittwoch. Sie werde "mit sofortigem Vollzug" aus ihrem zweijährigen Beamtenverhältnis auf Probe entlassen.
"Eine Rückkehr an die LKA-Spitze ist definitiv ausgeschlossen", sagte Innenminister Boris Rhein (CDU) der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Nach Mobbing-Vorwürfen gegen Polizeibeamte war Thurau schon seit Monaten vom Amt suspendiert und ins Innenministerium abgeordnet worden.
Informationen der "Frankfurter Neuen Presse" zufolge wird Thurau intern auch Illoyalität vorgeworfen. Laut Angaben des Ministeriumssprechers kann sie sich jetzt zunächst selbst zu der festgestellten "Nichtbewährung" äußern, bevor die Entscheidung endgültig feststeht.
Wenn es dabei bleibt, wird sie auch besoldungsmäßig wieder von B5 auf B3 zurückgestuft. Dies entspricht ihrer vorherigen Bezahlung als Polizeivizepräsidentin in Frankfurt am Main.
Thurau hatte ihren Posten im März 2010 angetreten. Vor dem Frankfurter Landgericht hatte sich Thurau dem Vorwurf stellen müssen, die Persönlichkeitsrechte eines führenden Polizisten verletzt zu haben, indem sie ihn der Verwicklung in kriminelle Machenschaften bezichtigte und in ihrer Eigenschaft als Vizepolizeipräsidentin vom Dienst suspendierte. Das Gericht sprach dem Beamten im März ein Schmerzensgeld zu. Innenminister Boris Rhein (CDU) versetzte Thurau ins Innenministerium.