Hessen Vom Polizistenmörder fehlt jede Spur
Bad Hersfeld - Der Täter hatte zunächst eine Autopanne auf der Autobahn zwischen Bad Hersfeld und Kirchheim vorgetäuscht und dann den Polizisten im Radarwagen aus nächster Nähe erschossen. Das Projektil durchdrang den Oberkörper und traf seinen 45 Jahre alten Kollegen am Arm.
Vermutlich war der Wagen des Täters bei der Geschwindigkeitskontrolle geblitzt worden, wie die Polizei berichtete. Beamte werteten den Radarfilm aus, Ergebnisse lagen bis zum Morgen aber noch nicht vor. Zur Aufklärung des Mordes setzte die Staatsanwaltschaft Fulda 10.000 Mark Belohnung aus.
Nach Aussagen des verletzten Polizeibeamten war der Täter auf den Radarwagen zugelaufen und hatte an die Fahrerseite geklopft. Der 41-Jährige kurbelte seine Scheibe herunter und fragte, was los sei. Der Mann täuschte vor, er brauche Hilfe, da er eine Autopanne hätte, wie Kriminaloberkommissar Rolf Münz am Mittwochabend erklärte. Als die Beamten den ADAC verständigen wollten, riss der Mann plötzlich die Fahrertür auf und schoss.
Zahlreiche Hinweise erhofft sich die Polizei durch die Veröffentlichung des Phantombildes. Der Täter soll rund 50 Jahre alt sein, längere, leicht ergraute Haare haben und thüringischen oder sächsischen Akzent sprechen. Die Spurensuche von rund hundert Beamten in der Nähe des Tatorts brachte am Mittwochnachmittag keine neuen Erkenntnisse. Bis zur Beisetzung des getöteten Polizisten wird in Hessen und anderen Bundesländern ein Trauerflor an allen Streifenwagen angebracht.