Hessischer Menschenfresser Das Opfer war Ingenieur
Kassel - Der 41-Jährige aus dem nordosthessischen Rotenburg war am Mittwoch festgenommen worden. Er hatte gestanden, einen 42-Jährigen mit dessen Einwilligung vor laufender Videokamera getötet, zerschnitten und teilweise gegessen zu haben. Am Dienstag hatten die Ermittler bei einer Hausdurchsuchung Skelettteile, etliche Videos und eingefrorenes Menschenfleisch in der Wohnung des Verdächtigen entdeckt. Die Tat soll im Frühjahr 2001 geschehen sein. Von dem Opfer fehlte seither jede Spur.
Das umfangreiche Geständnis des Mannes zu prüfen, werde "eine Weile dauern", erklärte Staatsanwalt Hans-Manfred Jung in Kassel. Wahrscheinlich würden die Ermittlungen sich über mehrere Tage hinziehen. Nähere Kenntnisse über den Fortgang der Ermittlungen lagen am Donnerstagmorgen noch nicht vor.
Angeblich soll es sich bei dem mutmaßlichen Kannibalen um den Computerfachmann Armin M. handeln. Das Opfer, dessen Name mit Bernd Jürgen B. angegeben wird, sei ein Diplom-Ingenieur, der bei Siemens in der Chipentwicklung beschäftigt gewesen sein soll, berichtet die "Bild"-Zeitung am Donnerstag.
Die beiden Männer hatten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft über das Internet kennengelernt. Angeblich soll der Hesse nun erneut auf der Suche nach einem Opfer gewesen sein. Er habe Anzeigen aufgegeben, in der er einen Mann suchte, der bereit wäre, sich von ihm töten und essen zu lassen. Nach Angaben der "Bild"-Zeitung sollen sich auf die 80 Anzeigen fünf Männer gemeldet haben.