Hetzjagd Pädophiler Brite tötet sich
London - Der 54-Jährige, der sich aus Angst das Leben nahm, hatte gestanden, mehrere Kinder sexuell belästigt zu haben. Nachdem er dazu vor Gericht befragt worden war, erschien eine kurze Meldung über ihn in der Lokalzeitung. Daraufhin zog eine Gruppe von Nachbarn zu seinem Haus und drohte, es anzuzünden. Die Polizei musste eingreifen, damit er und seine Frau sich in Sicherheit bringen konnten. Der Mann nahm jedoch später eine Überdosis Tabletten, rief seine Frau an und sagte ihr: "Ich kann dir das nicht mehr zumuten." Nach Angaben seines Anwalts habe er seine Taten sehr bereut und sich in psychiatrische Behandlung begeben wollen.
Die britische Polizei appellierte am Mittwoch an die Bevölkerung, alle Übergriffe auf Kinderschänder und vermeintliche Pädophile einzustellen. Viele Leute seien offenbar "hysterisch geworden".
Polizisten und Politiker machten die Boulevardzeitung "News of the World" für die Angriffe verantwortlich. Die Zeitung hatte zuvor Namen, Adressen und Fotos verurteilter Kinderschänder veröffentlicht. Daraufhin hatten aufgebrachte Menschen in mehreren Städten versucht, die vermeintlichen Täter zu lynchen. Mehrmals waren dabei Unschuldige das Ziel der Attacken. Auch am Mittwoch zogen wieder etwa 100 Demonstranten durch Portsmouth und forderten die "Entfernung" aller Pädophilen. Vier Familien, die nach Angaben der Polizei "absolut unschuldig" sind, wurden so stark bedroht, dass sie nun umziehen wollen.