Hiltrud Schröder: "Man hat mich benutzt" - DER SPIEGEL
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Hiltrud Schröder "Man hat mich benutzt"

Hiltrud Schröder nutzt jede Gelegenheit, um den Verdacht zu zerstreuen, sie habe Gerüchte über eine Ehekrise des Bundeskanzlers verbreitet. Auf kleinere Attacken gegen ihren Ex-Ehemann will sie aber offenbar nicht verzichten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Mit Blick auf die Auseinandersetzungen um die Haarfarbe des Kanzlers lästerte Hiltrud Schröder in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" über die "Klage-Orgien" aus dem Kanzleramt. "Es gibt Wichtigeres als Färben, Tönen, Föhnen. Wen interessiert das?" Sie fügte hinzu, das sei nur die Sache Gerhard Schröders. "Wenn er Spaß daran hat, etwas für die Rechtsfindung zu tun - bitte sehr."

Für die Empfindlichkeit gegenüber einer aufdringlichen Presse zeigte sie wenig Verständnis. Politiker trügen selbst mehr und mehr Privates in die Öffentlichkeit. "Da darf man sich nicht beschweren oder von Kampagnen-Journalismus sprechen, wenn einem auch mal ein Härchen gekrümmt wird."

Sie selbst fühlt sich allerdings von den Presseleuten wenig fair behandelt. Der britischen Zeitung "Mail on Sunday" warf sie vor, das Interview mit ihr erfunden zu haben. "Ich habe kein Interview geführt." Allerdings fügte sie hinzu, ein einfach geführtes Gespräch sei kein Interview. Auf die Frage, ob sie die inkriminierenden Sätze nie gesagt habe, antwortete sie nach Angaben der Zeitung: "Nein, ich habe denen kein Interview gegeben - egal, ob das, was da steht, richtig ist oder falsch oder richtig oder falsch wiedergegeben ist."

Über den Kontakt zu der britischen Zeitung sagte Hiltrud Schröder: "Es sollte ein Fototermin sein, und das ist ja auch legitim. Die wollten halt ein Porträt über den Kanzler machen und brauchten ein aktuelles Bild von mir, weil auf allen Fotos der Kanzler mit drauf sei." Vielleicht sei sie naiv gewesen. Man habe sie benutzt. Mehr habe Schröders Exfrau dazu nicht sagen wollen, berichtete die "Welt am Sonntag".

Gerhard Schröder hat gegen die "Mail on Sunday" vor Gericht eine Einstweilige Verfügung erwirkt, wonach das Blatt die Gerüchte nicht mehr verbreiten darf. Sonst müsste der Verlag ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro zahlen.