Hintergrund: Katastrophen bei Rockkonzerten - DER SPIEGEL
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Hintergrund Katastrophen bei Rockkonzerten

Rockkonzerte sind Massen-Events, die immer wieder Opfer fordern. Das ist keine Frage der Größe eines Konzertes: Selbst bei mittelgroßen Veranstaltungen kommt es zu gefährlichen Gedrängen vor der Bühne. Wer hier Ohnmächtig wird oder auch nur fällt, hat oft wenig Chancen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

18. Juli 1995:

Bei einem Rockkonzert im Stadion der südisraelischen Stadt Arad wurden bei einer Massenpanik drei Rockfans totgetrampelt. Unter den etwa 20.000 Fans der in Israel populären Gruppe Maschina war plötzlich Unruhe ausgebrochen. Als Grund nannte die Polizei, dass das Stadion viel zu klein für Menschenmenge war und die wenigen Ausgänge teilweise blockiert gewesen seien.

18. November 1995: Bei einem Konzert der Rockband Böhse Onkelz im unterfränkischen Geiselwind wurden elf Menschen verletzt. Um in der Masse besser sehen zu können, waren rund 30 Zuschauer auf den über zwei Meter hohen Balkon geklettert, der für technische Geräte vorgesehen war. Er brach unter dem Gewicht der Menschen plötzlich aus seiner Halterung und stürzte in den Zuschauerraum.

4. August 1996: Bei einem Konzert der Teenie-Band Backstreet Boys in Esslingen mussten 260 der 4000 Fans medizinisch behandelt werden. Viele erlitten bei der Drängelei in der Menge Quetschungen, Armbrüche und hatten Kreislaufprobleme.

28. Juni 1997: Beim 1000. Konzert der Punkrockband Tote Hosen in Düsseldorf erstickte eine 16-jährige Niederländerin, als kurz nach dem Auftritt der Band plötzlich Tausende von Fans in den Innenraum des Rhein-Stadions drängten. Rund 300 Menschen wurden in dem Gedränge verletzt. Sie erlitten Prellungen, Quetschungen und Knochenbrüche.

30. Mai 1999: Bei einer Massenpanik nach einem Konzert in der weißrussischen Hauptstadt Minsk starben 54 Menschen. Etwa 10.000 Jugendliche waren zu Konzerten weißrussischer Bands auf das Gelände des Sportpalastes gekommen. Als nach dem Konzert heftiges Gewitter einsetzte, rannte Tausende zu einer schützenden U-Bahnstation. Dabei riss die Masse Stolpernde nieder. Viele Opfer erstickten.

30. Juni 2000: Bei einem Konzert der Band Pearl Jam auf dem dänischen Roskilde-Festival starben mindestens acht Menschen. Vor der Bühne wurden die Fans durch die von hinten drückende Menge zu Fall gebracht. Sie erstickten oder wurden zu Tode getrampelt.