Hintergrund Metin Kaplans Gruppe "Kalifatsstaat"
Köln - Die radikal-islamische Gruppe "Kalifatsstaat" mit ihrem Oberhaupt Metin Kaplan hat nach Schätzung des Verfassungsschutzes 1300 Anhänger in Deutschland. Die Anhänger des "Kalifatsstaats" ("Hilafet Devleti"), auch bekannt als "Verband der islamischen Vereine und Gemeinden, Köln" seien "straff organisiert und fanatisiert", berichtet das Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln.
Der "Kalifatsstaat" wurde 1984 von dem Türken Cemaleddin Kaplan in Köln gegründet. Seit dessen Tod im Mai 1995 wird die Organisation von seinem Sohn Metin Kaplan, genannt Müftüoglu, geleitet. Im März 1994 ernannte sich Metin Kaplan selbst zum Kalifen.
Der Verband erleidet seit Jahren auf Grund interner Streitigkeiten und Abspaltungen Mitgliederverluste. Die Organisation polemisiere gegen das westliche Gesellschaftssystem und die türkische Regierung. Ferner mache der Verband antisemitische Stimmung gegen Juden und den israelischen Staat.
Auf Grund solcher Äußerungen sei Metin Kaplan im August 1996 durch eine Verfügung der Stadt Köln mit einem politischen Betätigungsverbot belegt worden. Unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit habe Kaplan seine Agitation jedoch fortgesetzt.
Der "Kalifatsstaat" erhebe den Alleinvertretungsanspruch des Islam mit der Weltherrschaft als Endziel. Vorrangig ziele der Verband auf den Sturz des türkischen Staates, welcher durch ein islamistisches System ähnlich Irans ersetzt werden solle.