Hintergrund: Millionensummen für deutsche Geiseln - DER SPIEGEL
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Hintergrund Millionensummen für deutsche Geiseln

Immer wieder wurden Lösegelder bezahlt, um im Ausland entführte Deutsche frei zu bekommen. Die Nachrichtenagentur dpa hat die spektakulärsten Fälle dokumentiert.
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17. Juli 2000:

Die deutsche Touristin Renate Wallert kommt nach 85 Tagen Gefangenschaft gegen Zahlung von einer Million Dollar auf der südphilippinischen Insel Jolo frei. Für ihren Mann Werner und Sohn Marc soll Libyen der moslemischen Abu Sayyaf-Gruppe später ebenfalls eine Summe dieser Größenordnung als "Entwicklungshilfe" gezahlt worden sein.

26. November 1983: Die Lufthansa bekommt ihren Repräsentanten in Bolivien, Michael Wurche, mit umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro frei. Eine "Organisation 10. November" hatte den Mann zwölf Tage zuvor beim Verlassen seines Büros in La Paz überwältigt.

1. Oktober 1980: Die Entführung zweier Töchter und eines Neffen des Fernsehjournalisten Dieter Kronzucker endet in Italien. Die Familien zahlen umgerechnet mehr als zwei Millionen Euro an die Bande, die die 13- bis 15-Jährigen eine Woche zuvor gekidnappt hatte.

11. Juni 1974: Ein Bonner Ministerialbeamter übergibt Rebellen im Tschad zwei Millionen Mark (heute rund eine Million Euro) für die Freilassung des 52 Tage zuvor verschleppten Arztes Christoph Staewen.

22. Februar 1972: Die Lufthansa zahlt 16 Millionen Mark (8,2 Millionen Euro) für die Freilassung von 188 Insassen eines Jumbo-Jets, den arabische Terroristen nach Aden (Jemen) dirigiert hatten. Die Bundesregierung erstattet der Fluglinie die Summe aus Haushaltsmitteln.