Hitzerekord: Koblenz kochte bei 39,4 Grad - DER SPIEGEL
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Hitzerekord Koblenz kochte bei 39,4 Grad

Den Titel "Höchste jemals gemessene deutsche Temperatur im Monat Juni" trägt seit Dienstag die Stadt Koblenz. 39,4 Grad sahen die Meteorologen, als sie dort auf das Thermometer schauten. Doch am Abend gingen die ersten Gewitter nieder, zum Teil mit tennisballgroßen Hagelkörnern.
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Hamburg - Ob München oder Mailand, Bari oder Berlin: Flirrende Hitze brachte am Dienstag die Menschen in Europa mächtig ins Schwitzen. In Deutschland löste das Hoch "Xabier" bei den Meteorologen Rekordfieber aus.

In Koblenz wurden 39,4 Grad gemessen - das ist ein neuer deutscher Hitzerekord für den Monat Juni, teilte der Wetterdienst Meteomedia mit. Der bislang höchste Wert in Deutschland sei mit 38,8 Grad im Juni 2000 in Guteborn, Brandenburg, gemessen worden, sagte Meteorologe Jörg Kachelmann.

Wasserspiele in Oberrad bei Frankfurt

Wasserspiele in Oberrad bei Frankfurt

Foto: AP
Auch zu Kajakfahrten auf der Donau laden die Temperaturen ein (hier in Straubing)

Auch zu Kajakfahrten auf der Donau laden die Temperaturen ein (hier in Straubing)

Foto: DPA
Sprung vom Fünf-Meter-Brett im Freibad am Weserstadion

Sprung vom Fünf-Meter-Brett im Freibad am Weserstadion

Foto: DDP
Im Englischen Garten erfrischt der Eisbach die Münchner

Im Englischen Garten erfrischt der Eisbach die Münchner

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Saskia (M) genießt im Essener Freibad die Hitze, solange es das gleichnamige Tief noch zulässt

Saskia (M) genießt im Essener Freibad die Hitze, solange es das gleichnamige Tief noch zulässt

Foto: DPA
Eiszeit in Villingen-Schwenningen

Eiszeit in Villingen-Schwenningen

Foto: DPA


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Selbst in Hamburg kletterte die Temperatur am Dienstag auf 32,5 Grad. An einen solchen Wert können sich Einheimische nicht erinnern. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurde eine ähnlich hohe Temperatur an einem 18. Juni zuletzt vor 85 Jahren gemessen.

Ein Glück, wer da nicht arbeiten muss. "Die Luft ist sehr feucht, das macht das Arbeiten anstrengend", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in Potsdam. Auch Schlafen werde sehr beschwerlich, weil die Werte nachts kaum unter 20 Grad sinken, was für den Juni außergewöhnlich ist. In der Nacht zum Dienstag maßen die Wetterexperten in Aachen und Düsseldorf "Tropennächte" mit 24 Grad. Auf dem 1493 Meter hohen Feldberg im Schwarzwald wurde am Dienstagmorgen sogar eine "Tropennacht" mit Schnee verzeichnet. "Wir sind eben mit Siebenmeilenstiefeln in den Hochsommer marschiert", sagte der Stuttgarter Meteorologe Rolf Siegle.

Baden gehen und sich erfrischen - das ist da genau die richtige Alternative. Immerhin haben viele Seen mit Werten um 20 Grad bereits Badetemperatur. Auch an der Nord- und Ostseeküste können sich die Urlauber zurzeit wie am Mittelmeer fühlen.

Wasserfontänen für die Fußballfans

Keine Chance hat, wer vor der Hitze in die Nachbarländer flüchten will. Beinahe überall in Europa ist es so warm wie selten um diese Jahreszeit. In Italien herrschte mit 35 Grad weiter Hitze wie im Backofen, zugleich machten hohe Ozonwerte den Behörden Sorgen. In Krankenhäusern in Rom waren die Notaufnahmestationen überlaufen. Zur Abkühlung hatte sich die Stadt etwas Besonders einfallen lassen: Fußballfans, die auf einigen Plätzen das Weltmeisterschaftsspiel Italien-Südkorea verfolgten, wurden mit Wasserfontänen aus Feuerwehrschläuchen vor dem Hitzschlag bewahrt.

Ganz andere Probleme dagegen im schon in der Vorrunde ausgeschiedenen Frankreich: Hier sorgten sich Tierschützer um das Wohl der Hunde bei der gleichnamigen Hitze. Zehn Zentimeter über dem Asphalt herrschten über 40 Grad, warnten sie am Dienstag in Paris. Deswegen sollten Schoßhunde besser auf dem Arm getragen werden, beim Spazierengehen im Schatten laufen und durch Pfützen geführt werden.

Schon am Donnerstag ist alles vorbei

In Spanien hielt die Hitze fast unvermindert an. Allerdings erreichten die Höchsttemperaturen in Sevilla und Cordoba am Dienstag nur noch 38 Grad. In den kommenden Tagen sollten von Nordwesten Wolken aufziehen und eine leichte Abkühlung bringen.

Auch in Deutschland bleibt das Sommeridyll nicht ungetrübt: Bereits am Dienstagabend gingen die ersten Gewitter nieder. Tennisball große Hagelkörner prasselten auf die Ortschaft Esens in Niedersachsen. Viele Autos wurden stark verbeult. "An mehreren Autos sind die Scheiben zu Bruch gegangen», sagte ein Sprecher der Polizei. "So etwas habe ich noch nie gesehen." Die Hagelschauer sind die ersten Vorläufer des Tiefs "Saskia", das Hoch "Xabier" ablöst. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes steigen die Temperaturen trotz Schauern und Gewittern am Mittwoch noch einmal auf 25 bis 35 Grad. Es bleibt schwül. Auch am Donnerstag und Freitag soll es viel Regen und Gewitter geben.