Hochstapler Postel will Ehrenbürger von Zschadraß werden
Leipzig (dpa) - Der Vorschlag sei "äußerst ernst" gemeint, berichtet die "Leipziger Volkszeitung". "Wer kannte Marktl am Inn vor der Wahl Kardinal Ratzingers zum Papst? Und wer kannte Zschadraß, bevor Gert Postel es europaweit bekannt gemacht hat?" Die Gemeinde sei bisher ihm gegenüber undankbar gewesen, obwohl er Zschadraß "aus der Anonymität eines Provinzdörfleins in die Literatur katapultiert" habe, zitiert die Zeitung Postel. Die Diakonie, einst Arbeitgeber für den Schwindler, ließ mitteilen, sie halte nichts von derartigem öffentlichem Aufsehen für Zschadraß.
Der gelernte Postbote war von November 1995 bis Juli 1997 als Oberarzt in der Psychiatrischen Klinik Zschadraß bei Leipzig tätig gewesen. Der Schwindel flog auf, und im Januar 1999 verurteilte ihn das Landgericht Leipzig zu vier Jahren Haft. Nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe konnte er im Januar 2001 das Gefängnis wegen guter Führung auf Bewährung verlassen.