Sachsen-Anhalt Versenkte Schiffe sollen gebrochenen Deich abdichten
Überflutung bei Fischbeck: 200 Quadratkilometer unter Wasser
Foto: Sean Gallup/ Getty ImagesFischbeck/Magdeburg - Es ist eine spektakuläre Aktion im Hochwassergebiet von Sachsen-Anhalt: Damit nicht weitere Wassermassen in den Elbe-Havel-Winkel fließen, sollen am Deichbruch bei Fischbeck zwei Schiffe versenkt werden. Sie sollen den Durchfluss versperren und dafür sorgen, dass nicht noch mehr Gebiete überflutet werden, wie der Krisenstab der Landesregierung am Freitagabend in Magdeburg mitteilte. Die Aktion soll am frühen Samstagmorgen beginnen.
Zur Vorbereitung werden in den Grund Panzersperren als Basis und zwei Arbeitsplattformen installiert. Im Lauf des Vormittags sollen dann die Schiffe vor den Deichbruch fahren und gesprengt werden, wie der Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt, Oberst Claus Körbi, sagte. Darauf sollen dann rund 1000 große Sandpakete geworfen werden, um die Stelle abzudichten. Oberst Körbi: "Ob das funktioniert, können wir so zurzeit noch nicht sagen."
Auch wenn die Pegelstände sinken, drohen in den Hochwassergebieten immer noch aufgeweichte Deiche zu brechen. In Sachsen-Anhalt steht eine Fläche von mehr als 200 Quadratkilometern unter Wasser. Tausende Menschen aus mehr als 20 Ortschaften mussten ihre Wohnungen verlassen und in Sicherheit gebracht werden. Weitere müssten sich auf Evakuierungen vorbereiten, hieß es.
In Niedersachsen durften am Freitag die rund 280 Anwohner der Altstadt-Insel von Hitzacker in ihre Häuser zurück, auch die Evakuierung des brandenburgischen Wittenberge wurde aufgehoben. Die rund 300 Bewohner der betroffenen Stadt Lauenburg in Schleswig-Holstein können wohl am Samstag zurück in ihre Häuser.