Kanzlerin zur Lage in Hochwassergebieten »Wir werden Sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht alleine lassen«
Kanzlerin Merkel in Washington
Foto: Jonathan Ernst / REUTERSNach einer der größten Unwetterkatastrophen der Nachkriegszeit werden noch immer viele Menschen vermisst, die Zahl der Todesopfer dürfte noch weiter steigen. Nun hat sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Ereignissen geäußert. Sie versprach den Menschen im Westen Deutschlands Hilfe.
»Wir werden Sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht alleine lassen und werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht«, sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Washington.
Merkel sagte weiter, ihr gehe das Leid der Betroffenen sehr nahe. Sie habe sich den ganzen Tag lang über die Katastrophe informieren lassen. Es sei ein Tag gewesen von Angst um Leben und Besitz, ein Tag der Sorgen und Verzweiflung. Hunderttausende hätten erleben müssen, dass Wohnhäuser zu »Todesfallen« geworden seien.
»Die Zahl von extraordinären Wetterereignissen hat dramatisch zugenommen«, fügte sie hinzu. Deshalb müsse die Welt handeln.
Biden selbst sprach sein Beileid angesichts der vielen Todesopfer aus. »Es ist eine Tragödie und unsere Herzen sind bei den Familien, die geliebte Menschen verloren haben«, sagte er nach einem Gespräch mit Merkel.
59 Menschen gestorben, 15.000 Retter im Einsatz
Die Zahl der Toten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz war im Verlauf des Donnerstags auf mindestens 59 gestiegen. Die Kölner Polizei meldete am Abend weitere fünf Opfer. Das Innenministerium in Mainz bestätigte den Fund von neun weiteren Leichen. Die Polizei in NRW setzte außerdem die Suche nach neun vermissten Menschen aus dem Raum Bonn und elf aus Euskirchen fort.
Die Bilanz stieg damit auf 31 Tote in Nordrhein-Westfalen und 28 in Rheinland-Pfalz. Besonders stark betroffen waren der Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler mit 19 Toten und das südlich von Köln gelegene Euskirchen mit 15 Toten, wie die zuständigen Polizeistellen am Nachmittag mitteilten.
Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren 15.000 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und Bundeswehr vor Ort. Rund 500 Bundeswehrsoldaten leisteten Amtshilfe in sechs Landkreisen der beiden Bundesländer, wie ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums den Funke-Zeitungen sagte.