Hochwasser Die Angst vor dem Deichbruch
Hamburg - "Seit fünf Uhr stehe ich am Deich. Die Lage hat sich stabilisiert, der Wasserstand des Entwässerungsgrabens ist gesunken," bestätigte ein Sprecher der Feuerwehr des Ortes Grönland bei Hamburg gegenüber SPIEGEL ONLINE. Dort hatte man am Montag einen Deichbruch befürchtet, nachdem der Schutzwall durch die Wassermassen aufgeweicht war. Mit 10.000 Sandsäcken hatten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk den Deich abgesichert.
Zwei Hochleistungspumpen in Grönland und Glückstadt sollen nun helfen, das Wasser aus den voll gelaufenen Gräben in die Elbe zu schaffen. Ein Deichbruch sei dennoch nicht ausgeschlossen, so der Sprecher der Feuerwehr. Man beobachte mit zehn Einsatzkräften den Deich und hoffe auf eine Normalisierung der Lage in den kommenden Tagen.
Auch in Horneburg im Kreis Stade ist eine Entspannung der Lage in Sicht. 120 Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) aus Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen seien derzeit vor Ort. "Die Lage wird sich nach und nach beruhigen," sagte THW-Sprecher Schwengler SPIEGEL ONLINE. Am Lüesperrwerk, an der Elbeinmündung der Lüe, habe man ein 400 Meter langes Rohr installiert. An dieses angeschlossen sei eine Pumpe, die 50.000 Liter Wasser pro Minute in die Elbe pumpen könne. "Wir erhoffen uns davon eine schnelleren Abfluss des Wassers."
In einer Wohnsiedlung in Horneburg laufen noch immer die Pumpen. "Wir pumpen das Wasser aus der Kanalisation in die Elbe. Schalten wir diese Pumpen ab, steigt der Pegel sofort wieder und die Keller laufen voll," sagte Schwengler.
In den vergangenen Tagen verzeichnete der Deutsche Wetterdienst in Schleswig-Holstein, Hamburg, im westlichen Mecklenburg und im östlichen Niedersachsen Niederschlagsmengen von bis zu 100 Litern pro Quadratmeter. "In diesem Jahr fiel zwei- bis dreimal so viel Niederschlag wie sonst im Juli," erklärte Hans-Joachim Heinemann vom Deutschen Wetterdienst in Hamburg.
Während im Süden Deutschlands die Sonne vom Himmel strahlt und die Eisdielen bei Temperaturen bis zu 26 Grad Hochkonjuktur haben, sagen die Meteorologen für den hohen Norden bis Donnerstag noch Regen voraus. Laut Deutschem Wetterdienst hält sich der Niederschlag aber in Grenzen.
Ab Freitag soll auch Norddeutschland von einem Hoch mit Sonne und sommerlichen Temperaturen verwöhnt werden. "Ansonsten gehen wir zur Zeit davon aus, dass der August auch für Norddeutschland einige schöne Tage bereit hält," sagte Heinemann.