Hochwasser: Die Scheitelwelle rollt die Donau hinab - DER SPIEGEL
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Hochwasser Die Scheitelwelle rollt die Donau hinab

Die Pegelstände der Donau sind in der Nacht weiter gestiegen. In Ingolstadt wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Am Abend wird das Hochwasser in Regensburg erwartet. In der Schweiz waren so viele Verkehrswege unterbrochen worden wie seit 100 Jahren nicht mehr.
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München - Die Scheitelwelle des Hochwassers erreichte am frühen Morgen Ingolstadt an der Donau. Dort war gestern Abend die höchste Warnstufe 4 erreicht und der Katastrophenfall ausgerufen worden. Der Pegel stieg kurz vor 6 Uhr auf 6,44 Meter, wie der Hochwassernachrichtendienst mitteilte. Die Flutwelle wird im Tagesverlauf weiter die Donau hinabrollen. In Kehlheim wird gegen 14 Uhr mit dem Höchststand gerechnet. In Regensburg wird der Scheitelpunkt in den Abendstunden gegen 20 Uhr erwartet.

Dann dürfte die Situation nach Einschätzung der Experten des Landesamts für Umwelt auch nahe an die Warnstufe 4 herankommen. Leichtes Aufatmen dagegen in Passau, wo ebenfalls die höchste Warnstufe ausgerufen worden ist: Dort gingen die Fluten des Inn weiter zurück. Allerdings dürften die Pegel in der Drei-Flüsse-Stadt beim Eintreffen der neuen Donau-Scheitelwelle wieder steigen.

Auch entlang der Isar stiegen die Pegel in der vergangenen Nacht. Am frühen Morgen erreichte die Scheitelwelle Landshut. Flussaufwärts fiel der Pegel bereits wieder, wie Alfons Vogelbacher vom Hochwassernachrichtendienst mitteilte. In München könnten dagegen die Pegel noch einmal ansteigen, weil aus dem Sylvensteinspeicher Wasser abgelassen werde.

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Flut: Wellen, Wälle, Wallungen

Foto: DDP

Im Landkreis Rosenheim kam auf dem vom Hochwasser betroffenen Fluss Mangfall ein 28 Jahre alter Mann ums Leben. Er war gestern Abend mit zwei 17-Jährigen mit dem Schlauchboot auf dem Fluss gefahren und dabei gekentert. Die beiden Begleiter blieben unverletzt. Die Polizei sprach von "bodenlosem Leichtsinn".

Im österreichischen Bundesland Vorarlberg hat die Unwetterkatastrophe ein zweites Opfer gefordert: Die Leiche eines seit Dienstag vermissten 81-jährigen Autofahrers aus Silbertal im Montafon ist geborgen worden. Der Mann hatte vermutlich zu spät bemerkt, dass die Litz einen Teil der Straße fortgerissen hatte und war mit dem Pkw vom Hochwasser erfasst worden. Damit stieg in Österreich die Zahl der Hochwasseropfer auf vier.

Die Pegel der Donau stiegen auch in Ober- und Niederösterreich weiter an. Tausende Helfer standen zum Einsatz bereit, falls der Strom über die Ufer treten sollte. Während des Tages hatten kleinere Überschwemmungen der Flussauen unter anderem in der Nähe von Linz keine ernsthaften Schäden angerichtet. Auch für die Umgebung von Wien wurde inzwischen Hochwasseralarm gegeben.

Unterdessen begann am Alpenrand das Aufräumen. Ersten Schätzungen zufolge liegen die Schäden im Katastrophengebiet im mehrstelligen Millionenbereich. In der Schweiz waren so viele Verkehrswege unterbrochen worden wie seit 100 Jahren nicht mehr.

In Südbayern hinterließen die abfließenden Wassermassen eine Spur der Verwüstung. Garmisch-Partenkirchen, das zusammen mit dem nahe gelegenen Ort Eschenlohe zu den am schwersten betroffenen Gebieten zählt, war gestern wieder erreichbar. Nachhaltigen Schaden fürchtet die Tourismusbranche. In Garmisch-Partenkirchen sagten nach der Flut Touristen ihren Urlaub ab.

In der Zentralschweiz war die Hochwassergefahr gestern noch nicht gebannt. In Bern wurde das an der reißenden Aare gelegene tiefe Mattequartier zwangsgeräumt. Im Touristenort Engelberg im Kanton Obwalden wurden 3800 Einheimische und gut 1000 Touristen weiterhin aus der Luft versorgt. Der Vierwaldstättersee stieg weiter langsam an. In Luzern standen weite Teile der Innenstadt unter Wasser.

Mittlerweile gehen die Schweizer Behörden davon aus, dass das Hochwasser seit dem vergangenen Wochenende vier Menschenleben gekostet hat. Zwei weitere Menschen werden noch vermisst.

Bei den seit fast zwei Wochen andauernden Überschwemmungen in Rumänien stieg derweil die Zahl der Todesopfer auf 28.