Hochwasser Donau-Dämme drohen zu brechen
Bukarest - Stunde um Stunde steigt die mittlere und untere Donau in Rumänien. Rund um die Uhr verstärken Soldaten und Freiwillige aufgeweichte Deiche. Den Wettlauf mit der Zeit gewinnt jedoch oft das lehmige Donauwasser.
Rund 1000 Menschen mussten in den vergangenen Tagen evakuiert werden, 50.000 Hektar Ackerland und Wiesen sind nach Behördenangaben überflutet.
Aus dem benachbarten Serbien berichteten die Behörden von gleich bleibenden Wasserständen. Jedoch seien die Pegelstände an manchen Stellen sogar 40 Zentimeter höher als im Flutjahr 1981.
In Rumänien herrscht die Hochwassergefahr jetzt vor allem zwischen Giurgiu und Tulcea, wo das Wasser in den nächsten Tagen um bis zu 35 Zentimeter steigen soll. Aus dem westlichen Donauabschnitt berichtete die Nachrichtenagentur Mediafax heute dagegen von leicht sinkenden Pegelständen.
In der vergangenen Nacht gab ein weiterer Deich bei der Ortschaft Calarasi nach. Der Grenzübergang bei der Fähre zum bulgarischen Silistra stand unter Wasser. Bei Calarasi und Fetesti am Borcea-Arm der Donau sprengten die Behörden heute zwei Schutzdeiche, um kontrolliert rund 500 Millionen Kubikmeter Donauwasser auf Ackerland und Viehweiden abzuleiten. Dadurch sollten Siedlungen flussabwärts geschützt werden.
In der unter Wasser stehenden bulgarischen Stadt Nikopol gingen die Fluten etwas zurück. Schon am Mittwoch wird jedoch erneut mit steigenden Pegelständen gerechnet, sagte der Chef des Zivilschutzes der Stadt.
ler/dpa/Reuters