Hochwasser Dresden fürchtet ein Flutwochenende
Dresden/Passau - In der Sächsischen Schweiz wurde der Katastrophenalarm auf die Stadt Pirna ausgeweitet. Nachdem bereits rund tausend Menschen in Bad Schandau ihre Häuser verlassen mussten, ordneten die Behörden die Evakuierung weiterer Orte an. In Dresden wurden 2000 Einwohner darauf vorbereitet, ihre Wohnhäuser zu räumen. Eine Sprecherin des sächsischen Hochwasserzentrums sagte, nach derzeitiger Prognose werde am Wochenende ein Wasserstand von bis zu 7,50 Meter erwartet. Dann dürften auch elbnahe Wohngebiete in Dresden überflutet werden.
"Die Acht-Meter-Marke wird aber aller Voraussicht nach nicht erreicht", sagte die Sprecherin. Die historische Altstadt von Dresden mit Semperoper und Zwinger seien nicht bedroht. Dennoch wurden vorsorglich in der Altstadt Sandsäcke aufgetürmt. Nach Angaben der Stadtverwaltung können bei Bedarf rund 400.000 Säcke gefüllt werden. Das Umweltamt hingegen warnte davor, dass sich ab einem Pegelstand von 7,40 Metern der Ortsteil Gohlis nicht mehr halten ließe. "Die Wasserentwicklung ist langsam aber stetig", hieß es aus der Behörde.
Dennoch betonte Sachsens Umweltminister Stanislaw Tillich (CDU), die Lage sei zwar angespannt, aber nicht so dramatisch wie zuerst erwartet. Von einer Katastrophe sei nicht die Rede. Außerdem warnte er davor, in Panik zu geraten. Die aus Tschechien kommende Elbe sei weitaus langsamer angestiegen, als erwartet.
In der Slowakei forderten die Fluten mindestens zwei Todesopfer. Nahe der ostslowakischen Kleinstadt Sabinov ertrank ein vierjähriger Junge in einem überfluteten Bach. Er hatte versucht, auf einer Parkbank am Ufer zu balancieren und hatte das Gleichgewicht verloren. Außerdem starb ein 61-jähriger Mann in der Nähe von Bratislava. Laut Polizeiangaben wurde seine Leiche hundert Meter von seinem Haus in einem Fluss gefunden. Darüber hinaus suchen Rettungskräfte nach einer Frau. Sie war beim Entenfüttern in den Fluss Hron gefallen. Vor ihr fehlt jede Spur.
Aufatmen hingegen in Bayern und Österreich. Dort sind nach Angaben des Landesamtes für Umwelt die Pegelstände an den meisten Flüssen im Donau- und Maingebiet gesunken. In Passau ging das Wasser ebenfalls stark zurück. Das Gleiche gilt für Oberösterreich. An der Donau, der Enns und der Steyr entspanne sich die Lage wieder, berichtet der Hydrographische Dienst.
ans/reuters/dpa