Hochwasser Dresdner müssen ihre Häuser verlassen
Dresden - Im Stadtteil Gohlis wird die Situation allmählich bedrohlich. Um 2.45 schwappten die ersten Wellen über die Dammkrone. Mit Hochdruck treiben Feuerwehr und Rettungskräfte die Evakuierung voran. Rund 300 Menschen wurden bereits aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Nach Angaben von Stadtsprecher Sven Kindler leisteten die meisten den Empfehlungen folge. Doch auch am Vormittag noch weigerten sich 19 Familien, ihre Wohnungen zu verlassen.
Kindler schloss notfalls auch Zwangsmaßnahmen nicht aus: "Wir werden uns überlegen müssen, wie wir im Fall von älteren, gehbehinderten Leuten oder von Familien mit kleinen Kindern vorgehen werden." Zunächst würden die Behörden aber versuchen, die Menschen zum vorübergehenden Verlassen der Häuser zu bewegen. Da erwartet werde, dass das Hochwasser relativ lang seinen höchsten Punkt halten werde, würden die Familien lange eingeschlossen sein, sagte Kindler.
Im Stadtteil Laubegast-Zschieren verteidigen die Katastrophenhelfer diesen Angaben zufolge Haus für Haus vor dem Hochwasser. Hier seien schon einige Gebäude evakuiert. "Es wird um jedes Haus gekämpft", sagte Kindler. Auch weitere Straßen, die bedroht sein könnten, halte der Katastrophenschutzstab im Auge. An Dresdner Brücken ist nach diesen Angaben bislang nur das "Blaue Wunder" - eine der Hauptverkehradern der Stadt - gesperrt.
Das Hochwasser stieg nach Angaben des Hochwasserzentrums Sachsens sehr langsam an und erreichte am frühen Vormittag 7,30 Meter. Der Scheitel von möglicherweise bis zu 7,60 Meter wird demnach am Sonntag erreicht und bis Montag anhalten. Auch danach werde das Hochwasser nur sehr langsam zurückgehen, sagte ein Sprecher.
mik/ap