Hochwasser Elb-Anwohner bangen weiter
Dresden Erneut waren am Sonntag viele Helfer im Einsatz, um die Deiche in den betroffenen Gemeinden an der Elbe mit Sandsäcken zu sichern. Mit Besorgnis blicken die Experten vor allem auf die zunehmende Aufweichung der Deiche durch den langsamen Anstieg der Pegelstände.
In mehreren sächsischen Orten galt am Wochenende Katastrophenalarm. Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) sagte den Betroffenen seine Unterstützung zu. "Wer in existenzieller Not ist, wird nicht allein gelassen." Die Schäden seien nicht vergleichbar mit der Katastrophe vom August 2002, außerdem sei man besser vorbereitet, sagte er.
Nicht alle Bewohner der betroffenen Gebiete folgten der Aufforderung, das Haus zu verlassen. Viele würden sich vor allem deshalb schwer damit tun, weil etliche ihr Eigentum nach der "Jahrhundertflut" im Jahr 2002 erst gerade wieder in Stand gesetzt hätten, sagte Dresdens Bürgermeister und Verwaltungsstabsleiter Detlef Sittel. Wer jetzt noch warte, komme angesichts des steigenden Hochwassers später vielleicht nicht mehr zu Fuß aus seinem Haus. "Das Wasser ist nicht morgen wieder weg", fügte Sittel hinzu. Viele Häuser in den Stadtteilen Gohlis und Laubegast stehen bereits im Wasser. In Gohlis sollte den Angaben zufolge in der Nacht vorsorglich der Strom abgeschaltet werden.
In Bad Schandau hatten sich bis zum frühen Samstagmorgen rund 600 Menschen vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht. Die wenigsten nutzten den Angaben zufolge aber die Notquartiere der Stadt.
In Pirna stieg der Wasserpegel auch in der in die Elbe mündenden Gottleuba. Rund 100 Bundeswehrkräfte, sowie Anwohner und Hilfskräfte waren bis in die Nacht hinein im Einsatz, unter anderem um eine Schutzmauer mit Sandsäcken auf eine Höhe von 8,80 Meter zu erhöhen.Am Dienstag soll der höchste Pegelstand der Elbe in Sachsen nach Einschätzung von Experten einen Höchststand von 7,65 bis 7,85 Meter betragen. Beim Hochwasser vor dreieinhalb Jahren hatte die Elbe einen Spitzenwert von 9,40 Meter erreicht, normal sind zwei Meter.
In Tschechien ist die Zahl der Todesopfer inzwischen auf sieben angestiegen. Die Regierung in Prag rief am Abend nach einer Sondersitzung den Notstand für den Kreis Usti nad Labem und sechs weitere Regionen aus. Am Abend ordnete der Gouverneur von Mähren die Teilevakuierung von vier Dörfern nahe der österreichischen Grenze an. Allein davon waren 4000 Menschen betroffen.
reh/dpa/AP