Hochwasser Flusspegel im Landesinneren steigen
München - Die heftigsten Regenfälle seit Jahren haben am Dienstag in weiten Teilen Südbayerns eine Flutkatastrophe ausgelöst. Zahlreiche Orte in Oberbayern und im Allgäu wurden vom Hochwasser überflutet und von der Außenwelt abgeschnitten. Die Bewohner wurden von Booten und Hubschraubern gerettet, Hunderte in Sicherheit gebracht. In mehreren Landkreisen herrschte bis in die Nacht Katastrophenalarm.
Bundeskanzler Gerhard Schröder will sich am Donnerstag bei einem seit langem geplanten Besuch in Augsburg über die Lage in Bayern informieren. Er sagte dem Freistaat alle erdenklichen Hilfen des Bundes zu.
Nachlassende Regenfälle entschärften am Abend die Lage am Alpenrand im Allgäu und in der Region um Garmisch-Partenkirchen. Im Landesinneren sind Isar und Donau jedoch weiter angeschwollen. Dort spitzt sich die Lage zu. Ulm löste bereits Hochwasseralarm aus. Die Stadt soll kurz vor der Überflutung stehen. Auch in Passau und Regensburg erwarten Hilfskräfte, dass die Flüsse über die Ufer treten. In Rosenheim stieg der Inn dramatisch an, Teile von Wasserburg waren bereits am Abend überflutet.
Der bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber sagte den Flutopfern bei einem Besuch im schwer betroffenen Eschenlohe Hilfe zu. Am Mittwoch startet er eine Informationsreise durch die bayrischen Hochwassergebiete.
Garmisch-Patenkirchen war bis zum Abend von der Außenwelt abgeschnitten, nachdem die Loisach an mehreren Stellen über die Ufer getreten war. Der kleine Bach Kanker schwoll zum reißenden Fluss an.
Auch in Österreich ist die Lage weiter chaotisch. Die Stadt Innsbruck meldete "Land unter". Zahlreiche Orte im Westen Tirols und Vorarlbergs waren völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Die Telefonverbindung brachen zusammen, ebenso die Strom- und Wasserversorgung.
Auch weite Teile der Deutschschweiz standen unter Wasser, viele Orte waren nicht erreichbar. In der Hauptstadt Bern konnten sich viele Menschen nur noch mit Booten fortbewegen, in Luzern wurden die historischen Gebäude mit Mauern und Sandsäcken vor den Fluten des ständig steigenden Vierwaldstätter Sees geschützt.