Hochwasser: Hitzackers Altstadt versinkt in den Fluten - DER SPIEGEL
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Hochwasser Hitzackers Altstadt versinkt in den Fluten

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit: Tausende Helfer entlang der Elbe arbeiten bis zur Erschöpfung daran, die aufgeweichten Deiche zu verstärken. Vielerorts helfen Sandsäcke aber nicht mehr - in der historischen Altstadt von Hitzacker steht das Wasser hüfthoch.
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Hitzacker/Magdeburg - Das Hochwasser der Elbe lässt Anwohnern und Helfern keine Atempause: Im niedersächsischen Hitzacker wurde Katastrophenalarm ausgelöst, nachdem der Strom rund zwei Drittel der Altstadt überflutet hatte. In diesen Stunden wird in der Kleinstadt ein Pegelstand von 7,55 Metern erwartet, vier Zentimeter mehr als beim Jahrhunderthochwasser 2002.

Rund 250 Häuser stehen unter Wasser; mehr als 200 Helfer von THW, Feuerwehren, Lebensrettungs-Gesellschaft und Rotem Kreuz sind in der nicht von einem Deich geschützten Kleinstadt im Einsatz.

Mit dem Scheitelpunkt der Hochwasserwelle rechnen die Experten des niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft morgen. Der Pegel soll dann einen Stand von etwa 7,70 Metern erreichen - dies wären 20 Zentimeter mehr als beim sogenannten Jahrhunderthochwasser vor knapp vier Jahren. In Hitzackers Geschichte wurden nach Angaben einer Stadtsprecherin in den vergangenen 120 Jahren lediglich zwei weitere vergleichbare Hochwasser verzeichnet.

In Lauenburg in Schleswig-Holstein stieg der Elbpegel bereits im Laufe des Tages auf die neue Rekordmarke von 8,83 Metern und damit 13 Zentimeter höher als 2002. Auch hier liefen Keller in Ufernähe voll, Parkplätze standen unter Wasser. Straßen wurden dagegen nach Angaben der Stadtverwaltung nicht überflutet. Der Scheitelpunkt der Welle wurde in Lauenburg für das Wochenende erwartet - mit einem voraussichtlichen Höchststand von 8,90 Metern.

Auch in Sachsen-Anhalt und Brandenburg bleibt die Lage kritisch. Zwar gingen die Elbfluten in Sachsen-Anhalt zurück, wie der Landesbetrieb Hochwasserschutz mitteilte. "Das Wasser fällt aber sehr langsam", sagte ein Sprecher. "Dadurch werden die Deiche enorm belastet. Wir müssen sehr wachsam sein." Mit einer Entspannung der Hochwasserlage sei voraussichtlich erst Mitte kommender Woche zu rechnen. Nach Angaben des Magdeburger Innenministeriums kämpften landesweit fast 2200 Helfer gegen die Fluten.

In Brandenburg meldeten die Behörden zahlreiche Sickerstellen an Elbdeichen. Besonders gefährdet waren nach Behördenangaben die Deichabschnitte Lenzen-Wustrow sowie Rühstädter Bogen im Landkreis Prignitz. Am Rühstädter Bogen versuchten mehr als hundert Bundeswehrsoldaten, undichte Stellen im Deich mit Sandsäcken abzudichten. Außerdem wurden Amphibienfahrzeuge der Bundeswehr eingesetzt, um Sandsäcke von der Wasserseite aus an den Deich zu bringen. Steigende Pegel wurden in Brandenburg zudem von Havel und Oder gemeldet.

Stromaufwärts in Sachsen entspannte sich dagegen die Lage. In Pirna waren die Aufräumarbeiten nach den Überflutungen der vergangenen Tage in vollem Gange. Landes-Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) betonte allerdings, auch weiterhin sei Wachsamkeit geboten: "Trotz Entspannung der Hochwasserlage in vielen Gebieten entlang der Elbe dürfen wir die Deiche auch in den nächsten Tagen nicht aus dem Blick verlieren."

str/AFP/dpa/reuters