Hochwasser in Bayern: Schäden in Millionenhöhe - DER SPIEGEL
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Hochwasser in Bayern Schäden in Millionenhöhe

Sintflutartige Regenfälle haben weite Teile der Alpen und das nördliche Alpenvorland zum Wochenanfang in ein nasses Chaos getaucht. Dabei entging Bayern nur knapp einer neuen Flutkatastrophe.
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München/Regensburg/Grindelwald - Nach dem Hochwasser in Süddeutschland und der Schweiz vom Wochenende haben sich die Hilfskräfte in Ostbayern am Montagabend auf eine Flutwelle vorbereitet. Die Behörden erwarteten, dass an der Donau in Niederbayern am Dienstagvormittag mit Meldestufe vier die höchste Warnstufe erreicht werden dürfte. Bereits am Montag wurden erste Straßen überschwemmt. In Regensburg hatte die Donau Meldestufe eins erreicht. In Südbayern entspannte sich die Lage jedoch zusehends; die Pegelstände von Flüssen und Bächen sanken. Am Montag wurde aber klar, dass das Hochwasser Schäden in Millionenhöhe verursacht hat. Auch in der Schweiz, wo am Wochenende eine Schlammlawine drei Menschen in den Tod gerissen hatte, entspannte sich die Lage. Wegen Überflutung gesperrte Autobahnen waren wieder passierbar.

Pausenloser Dauerregen hatte am Sonntag für "Land unter" gesorgt. Straßen und Bahnlinien wurden überflutet, Keller standen unter Wasser. Allein im oberbayerischen Stephanskirchen entstand ein Schaden von rund fünf Millionen Mark, als Regenmassen ein Bekleidungslager, ein Sportheim, Tennishallen und fünf Wohnhäuser überfluteten. Die genaue Höhe der Flutschäden war am Montag noch nicht überschaubar. Der bayerische Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) kündigte Hilfsmaßnahmen für Betroffene an. Hochwasseropfer könnten mit Steuererleichterungen rechnen.

In Oberstdorf fielen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes von Samstag bis Montag 119 Liter Regen pro Quadratmeter. Ähnlich sah es in manchen Orten der Schweiz aus. In München rückte die Feuerwehr zu rund 100 Einsätzen aus. Insgesamt 10.500 Helfer von Feuerwehr, THW und weiteren Hilfsorganisationen hatten gegen die Wassermassen gekämpft.

Im Allgäu waren die meisten Straßen am Montag wieder frei. Auch in der Schweiz wurden die Autobahnen wieder freigegeben. Einige Straßen, die durch Erdrutsche verschüttet waren, blieben aber noch gesperrt. Der Dauerregen hatte in der Ostschweiz beträchtlichen Schaden verursacht.

Während in diesen Gebieten am Montag die Aufräumarbeiten begannen, stellten sich die Ostbayern auf Hochwasser an der Donau ein. In Kelheim wurde für Dienstag ein Höchststand von 6,80 Metern erwartet. Unter anderem wären dann die Zufahrtswege zum berühmten Kloster Weltenburg überflutet; die Klosterkirche war beim Pfingsthochwasser 1999 zum ersten Mal überflutet worden. Auch Teile Neustadts an der Donau, wo nach dem Dammbruch im vergangenen Jahr Schäden in dreistelliger Millionenhöhe entstanden, sind bedroht.

Die Schlammlawine, die am Sonntag im Schweizer Gletscherdorf Grindelwald drei Menschen in den Tod riss, war nach Aussage von Einheimischen nicht vorhersehbar. Der von den Opfern benutzte Wanderweg sei bisher absolut ungefährlich gewesen. In dem Gelände, das mit dem Rollstuhl befahren werden könne, seien an Sommertagen bis zu 1000 Menschen unterwegs, sagte Bürgermeister Godi Bohren. Die Wandergruppe habe "unglaubliches Pech gehabt", zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein.