Hochwasser in Brandenburg: Fluten durchbrechen ersten Deich - DER SPIEGEL
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Hochwasser: Halten die Deiche?

Foto: Oliver Killig/ dpa

Hochwasser in Brandenburg Fluten durchbrechen ersten Deich

Die Hochwasserlage in Ostdeutschland bleibt bedrohlich. Mit jedem weiteren Tag der Flut wächst die Sorge um den Zustand der Deiche. An einer Stelle konnte ein Damm dem Hochwasser nicht mehr standhalten.
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Cottbus/Herzberg - Beim Hochwasser im Osten Deutschlands zeichnete sich auch am Donnerstag keine Entspannung ab. Vielerorts in Sachsen-Anhalt, Ostsachsen und Südbrandenburg galt am Donnerstag nach wie vor die höchste Hochwasserwarnstufe vier. In der Nähe der Ortschaft Meuselko in Sachsen-Anhalt brach ein Deich des Flusses Schwarze Elster.

Der Einsatzleiter des Krisenstabs sagte in Wittenberg, der Damm sei rund einen Kilometer entfernt von der Ortschaft Meuselko auf einer Länge von etwa fünf Metern gebrochen. Derzeit müssten noch keine Häuser evakuiert werden, da es sich bei dem überfluteten Gebiet ausschließlich um Ackerland handele. Mit Hilfe von zwei Bundeswehrhubschraubern wurden Sandsäcke an die Bruchstelle transportiert, um den Deich wieder zu schließen.

Darüber hinaus wurden im südlichen Bereich der Schwarzen Elster zahlreiche neue Sickerstellen festgestellt. Am Nachmittag stand nach Angaben des Sprechers des Landkreises Wittenberg nicht fest, ob Häuser evakuiert werden müssten.

Wasserstand in Elsterwerda stagniert bei 3,50 Meter

Für Elsterwerda und Bad Liebenwerda wurden unterdessen stagnierende Wasserstände der Schwarzen Elster von rund 3,50 Meter gemeldet, das ist doppelt so hoch wie sonst. Derweil stieg der Pegelstand in dem flussabwärts gelegenen Herzberg weiter leicht an und lag Donnerstagmittag bei 3,65 Meter.

Von der am Mittwoch eingeleiteten freiwilligen Evakuierung in der Innenstadt von Elsterwerda waren nach Angaben des Katastrophenstabes etwa 2700 Personen betroffen. "Wir wissen aber nicht, wie viele Bewohner ihre Wohnungen verließen und wann sie wieder zurückkehren können", sagte der Sprecher. "Wegen der angespannten Lage können wir noch keine Entwarnung geben."

Mehr als 100 Patienten eines Krankenhauses wurden in andere Kliniken gebracht. Vorsorglich für etwa 500 Bewohner eingerichtete Notunterkünfte seien nicht genutzt worden. In dem Landkreis blieben 16 Schulen gesperrt. Einige von ihnen sollen am Freitag wieder öffnen.

Die hohen Wasserstände könnten noch bis zum Wochenende anhalten, sagte Wolfgang Genehr vom Landesumweltamt in Cottbus. Die Pegelstände in den Landkreisen Spree-Neiße, Oberlausitz-Spreewald und Elbe-Elster bewegten sich zwischen der höchsten Alarmstufe A 4 und der Stufe A 3.

Dämme sind viele Jahrzehnte alt

"Die Dämme der Schwarzen Elster sind viele Jahrzehnte alt", sagte ein Sprecher des Katastrophenstabs in Herzberg. Der Wasserdruck habe mehrere Sickerstellen verursacht, die nur mit großem Einsatz repariert werden konnten.

Rund 1000 Einsatzkräfte befestigten im Landkreis Elbe-Elster gefährdete Deichabschnitte. Sie verbauten bisher rund 500.000 Sandsäcke. Im Kreis Spree-Neiße sicherten rund 350 Mitarbeiter der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerkes, der Polizei sowie Bewohner die Dämme. Bisher wurden 131.000 Sandsäcke verbaut. Im Gewerbegebiet des Dorfes Lausitz bei Bad Liebenwerda wurden eine Sandsackfüllanlage sowie ein Hubschrauberlandeplatz eingerichtet.

An der Talsperre Spremberg wird zur Entlastung der Spree wieder wie beim Hochwasser im August kontrolliert Wasser abgelassen. Die Menge wurde schrittweise auf 65 Kubikmeter pro Sekunde erhöht. Das ist fast das Zehnfache wie zuvor. Wegen Bauarbeiten floss das Wasser bis Mittwoch durch eine Rohrleitung ab.

Die Autobahn A 13 ist bei Ortrand an der Landesgrenze zu Sachsen in Richtung Dresden wieder befahrbar. Allerdings bleibt die Fahrbahn in Richtung Berlin nach Polizeiangaben wegen Überschwemmung zwischen dem sächsischen Schönborn und Ortrand gesperrt, dort gibt es eine Umleitung. Die überflutete Bundesstraße B 169 zwischen Lauchhammer und Plessa ist wieder für den Verkehr frei.

kng/dapd/dpa