Hochwasser in Sachsen: "Hier herrscht Warnstufe 2 bis 3"
Hochwasser Katastrophenalarm in Sachsen
Görlitz/Meißen - Die Lage an Flüssen hat sich in der Nacht zu Dienstag zugespitzt. Sandsäcke werden vorbereitet, die Deiche verstärkt kontrolliert. Feuerwehren pumpten viele überflutete Keller aus und sperrten unpassierbare Straßen. Der Personennahverkehr war mancherorts eingeschränkt. Da das Wasser nicht mehr abfließen konnte, blieb es auf Feldern und Wiesen stehen und bildete eine Seenlandschaft.
Betroffen sind unter anderem die Städte Zittau und Görlitz. Die Pegelstände der Lausitzer Neiße, des Schwarzen und Weißen Schöps stiegen innerhalb weniger Stunden noch stärker als bereits erwartet an, teilte der Landkreis Görlitz mit. Der Landkreis rief deshalb gegen Mitternacht für das gesamte Kreisgebiet den Katastrophenalarm aus. Der Kreis Meißen folgte wenige Stunden später. Hier gilt für die Anlieger des Flusses Großer Röder höchste Alarmbereitschaft. Im Laufe des Tages werden weitere heftige Regenfälle erwartet. In Zittau stand der Pegel um 4.30 Uhr bei 3,57 Metern. Das bedeutet Alarmstufe vier. In Görlitz erreichte die Neiße einen Pegelstand von 5,74 Metern und damit Alarmstufe vier.
Auch in anderen Teilen Sachsens stiegen die Flusspegel unaufhörlich weiter. Vor allem im Osten des Bundeslands gelte inzwischen vielerorts die höchste Alarmstufe vier, sagte ein Sprecher des Landeshochwasserzentrums in Dresden. Betroffen seien unter anderem Bereiche entlang der Lausitzer Neiße sowie der Schwarzen Elster. In den Städten Kleinraschütz und Großdittmannsdorf, wo die höchste Hochwasserstufe vier seit der Nacht gilt, werden nun Deiche besonders kontrolliert. Bislang seien jedoch lediglich Nebenstraßen und keine Wohnsiedlungen gesperrt worden. Kleinere Erdrutsche hätten keine nennenswerten Schäden hinterlassen.
Allerdings schloss das Lagezentrum in Dresden einen weiteren Anstieg der Pegel nicht aus. "An den Nebenflüssen haben wir zudem die Warnstufen zwei bis drei", sagte der Sprecher. Auch an der Schwarzen Elster wurde inzwischen Warnstufe drei bis vier ausgerufen. Einzig an der seien die Pegelstände konstant geblieben.
Anhaltender Dauerregen ist Schuld an den steigenden Fluten. In Teilen Sachsens waren von Montag bis Dienstag bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia war das sächsische Deutschneudorf-Brüderwiese sogar bundesweiter Spitzenreiter. Dort fielen von Samstag 8.00 Uhr bis Montag 8.00 Uhr 88,8 Liter Regen pro Quadratmeter.
Stellenweise sollten nach Prognosen des Landesamtes für Umwelt und Geologie bis Mittwoch früh im Freistaat zusätzlich 50 bis 80, stellenweise sogar bis 100 Liter pro Quadratmeter niedergehen. Allerdings hob der Deutsche Wetterdienst bereits am Dienstagmorgen Unwetterwarnungen vor ergiebigem Dauerregen mancherorts in Sachsen wieder auf.
Erst vor sieben Wochen hatte es im Osten Sachsens eine heftige Flut gegeben: Das Hochwasser hatte einen Schaden von mehreren hundert Millionen Euro angerichtet. Die damals gebrochenen Deiche stehen jetzt unter verstärkter Beobachtung.