Hochwasser Kleiner Held rettet Vierjährigen
Feilitzsch - Die Großmutter des Vierjährigen war in dem 1000-Seelen-Dorf Feilitzsch, rund fünf Kilometer vom oberfränkischen Hof entfernt, zu einem Spaziergang mit dem Kinderwagen an der Regnitz entlang gegangen. In ihrer Begleitung ein weiterer Enkel: der Vierjährige auf seinem Dreirad.
Der Bub fuhr vor dem Kinderwagen her und kam der abschüssigen Böschung zum Fluss gefährlich nahe. "Der Junge raste kopfüber die Böschung hinunter mitsamt dem Dreirad", schilderte Beate Weiß, Sprecherin der Polizeidirektion Hof, den Fall.
Das Kind wurde von den Fluten sofort mitgerissen. Ein 46-Jähriger hörte die Schreie der entsetzten Großmutter und "legte einen Sprint" zum Bach hin. Trotz seiner schnellen Reaktion hätte der Mann dem Verunglückten nicht helfen können. "Ich hätte keine Chance gehabt, das Kind zu fassen", gab er an.
Diese schwierige Aufgabe erledigte ein Junge, der nur wenige Jahre älter ist als das Opfer. Dem bisher unbekannten Retter gelang es, den im Wasser treibenden Jungen zu packen. Als der 46-jährige Mann den Bach entlang rannte, traf er den etwa sechs oder sieben Jahre alten Helfer bis zum Bauch im Wasser stehend an. Er hielt den Kleinen am Arm fest, bis die Hilfe kam. "Ohne den Jungen wäre der im Bach treibende Bub wohl ertrunken", sagt Weiß.
Während der Erwachsene sich um das herausgefischte Kind kümmerte, machte sich der Retter aus dem Staub, so die Polizeisprecherin. Der gerettete Junge wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.
Im Trubel der Aktion blieb der junge Lebensretter unbekannt. Der mutige Junge oder seine Eltern sollten sich bei der Polizei melden, damit ihm für seinen Einsatz gedankt werden könne, sagte die Polizeisprecherin. Ein Aufruf im lokalen Radio wurde gestartet. "Es kann nur eine Frage der Zeit sein, bis sich hier die Eltern melden." Der etwa Siebenjährige solle für eine Lebensrettermedaille vorgeschlagen werden.