Hochwasser Schweizer Pegel erreichen Rekordhöhe
Mitholz im Berner Oberland: Spuren der Verwüstung
Foto: MICHAEL BUHOLZER/ REUTERSBern - Im Gasterntal wurden nach Behördenangaben alle Bewohner evakuiert und zwei Drittel der Infrastruktur zerstört, im Berner Oberland muss der Bahnbetrieb für voraussichtlich zehn Tage eingestellt werden, die Autoverladung durch den Lötschberg-Tunnel ruhte: Heftige Regenfälle haben in der Schweiz große Schäden angerichtet.
Bis Dienstag traten im Berner Oberland, im Wallis und in der Innerschweiz zahlreiche Flüsse über die Ufer, mehrere Straßen wurden überflutet, einzelne Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten. In Bern mussten einzelne Uferwege wegen Überschwemmung gesperrt werden.
Am Montagabend evakuierten Rettungsspezialisten des Schweizer Alpen-Clubs, der Feuerwehr und der Polizei das Überschwemmungsgebiet im Berner Oberland. Etwa 50 Personen wurden in Sicherheit gebracht, teilweise mit Hubschraubern und Rettungswinden von den Dächern der im Wasser stehenden Häuser gerettet.
Im Kanton Wallis wurde zwischen Leuk und Leukerbad eine Brücke so stark beschädigt, dass sie vermutlich komplett ersetzt werden muss. Die Bewohner von Leukerbad wurden aufgerufen, Trinkwasser abzukochen, weil Erde in die Leitungen gelangt war.
An einigen Orten erreichten die Pegelstände die Marke des Jahrhunderthochwassers von 2005. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt gab eine Hochwasserwarnung der Stufe 3 für die Gebiete entlang dem Thunersee und der Aare bis zur Grenze der Kantone Bern und Freiburg heraus.
Am Dienstag versuchten die Einsatzkräfte im Berner Oberland und im Wallis die Situation unter Kontrolle zu bringen. In den vergangenen Stunden gingen die Wassermassen zurück.
Zahlreiche Alpenstraßen unbefahrbar
Wegen heftiger Schnee- und Regenfälle sind inzwischen 17 der rund 200 meistbefahrenen Alpenstraßen gesperrt. Das sind 15 Straßen mehr als noch in der Vorwoche, teilt der Auto Club Europa (ACE) mit.
In der Schweiz sind unter anderem der Furka-, der San Bernadino- und der St. Gotthardpass nicht befahrbar. Neben den in der Vorwoche schon gesperrten Pässen Großer St. Bernhard und Tre Croci sind in Italien zusätzlich das Stilfser- und das Timmelsjoch gesperrt. Kein Durchkommen ist auch an den französischen Passstraßen Galibier und Iseran.
Das Winterwetter mache selbst viele nicht gesperrte Hochgebirgsstraßen schwer passierbar. Deshalb sollten Autofahrer immer Schneeketten im Gepäck haben und sich auf längere Fahrten und Umwege einstellen, empfahl der ACE.