Hochzeitsgesellschaft Ernst August fehlt, der König begeht einen Affront
Die einsame Prinzessin
Caroline von Monaco ist heute allein über den roten Teppich zur feierlichen Hochzeitszeremonie von Spaniens Kronprinz Felipe und Letizia Ortiz in der Almudena-Kathedrale geschritten. Prinz Ernst August von Hannover war nicht an ihrer Seite. Am Vorabend hatte das Paar noch gemeinsam am Gala-Diner im Pardo-Palast teilgenommen.
Letizias Stiefmutter verzichtet auf Teilnahme an Hochzeit
Letizias Stiefmutter Ana Togores verzichtete auf eine Teilnahme an der Prinzenhochzeit. Als Grund wurden "persönliche Motive" angegeben. Die Absage ließ die Beamten vom Protokoll aufatmen. Diese hatten nach Angaben der Zeitung "El Mundo" nicht so recht gewusst, welchen Platz sie der Frau von Letizias Vater Jesús Ortiz zuweisen sollten. Hätte das Paar nebeneinander in der Kirche gesessen, wäre dadurch die Rolle von Letizas Mutter abgewertet worden. Die Eltern der Braut sind seit mehreren Jahren geschieden. Der Vater heiratete im März zum zweiten Mal.
König will nicht neben Letizias Mutter gehen
Beim Einmarsch der Hochzeitsgesellschaft in die Kathedrale ging König Juan Carlos neben seiner Schwester, der Infantin Pilar. Normalerweise hätte er nach spanischem Brauch an der Seite der Mutter der Braut in das Gotteshaus schreiten müssen. Manche Kommentatoren werteten das Verhalten des Königs als einen Affront gegen Letizias Familie, die über keinerlei Bindungen zu Königshäusern oder zum Adel verfügt.
Regenumhänge werden zum Renner
Die Verkäufer von Regenumhängen haben bei der Prinzenhochzeit ein großes Geschäft gemacht. Die Plastik-Capes fanden unter den Schaulustigen auf den Straßen bei einem Preis von drei Euro reißenden Absatz. Viele Madrilenen flüchteten vor den Regenschauern in Cafés oder unter Baugerüste. Die Ehrenfahrt des Brautpaars durch die spanischen Hauptstadt im schwarzen Rolls Royce - der vorbereitete Wagen mit Glasaufbau kam nicht zum Einsatz - bejubelten Tausende in Dreier- und Viererreihen. Das erwartete große Gedränge blieb allerdings aus - auch wenn die Sonne schließlich dann doch noch durchkam.
Probleme mit dem Teppichrand
Beim Gala-Diner im Pardo-Palast hat sich eine "aufständische" Teppichkante den Hochzeitsgäste in den Weg gestellt. Im Innenhof des Palasts stellte sich genau an der Stelle, an der König Juan Carlos die Gäste begrüßte, ein Teppichrand auf und bildete ein Hindernis für die Damen mit ihren langen Abendkleidern. Der Monarch löste das Problem, indem er einen Fuß auf die Kante stellte. Für einen Augenblick bat er den schwedischen König Carl XVI. Gustav per Blickkontakt, sich ebenfalls auf den Teppichrand zu stellen.
Farben der Republik
Unter den Gästen fiel durch ihre Kleidung am meisten die Designerin Agatha Ruiz de la Prada auf. Sie trug ein Kleid in den Farben Rot, Gelb und Violett. Dies waren pikanterweise die Farben der II. Republik in Spanien (1931-1939), die die Monarchie abgeschafft und den damaligen König Alfonso XIII., Felipes Urgroßvater, ins Exil geschickt hatte.