Höchststrafe: Verurteilter Mörder ersticht eigene Mutter - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Höchststrafe Verurteilter Mörder ersticht eigene Mutter

Drei Monate nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis hat ein verurteilter Mörder in Düsseldorf seine eigene Mutter mit 18 Messerstichen getötet. Heute erhielt der als besonders gefährlich eingestufte Wiederholungstäter dafür die Höchststrafe: Lebenslange Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Düsseldorf - Das Düsseldorfer Landgericht bezeichnete den 34-jährigen Täter als leicht reizbar und attestierte ihm eine "abnorme Persönlichkeit". Weil das Gericht dem Angeklagten nicht nachweisen konnte, dass er seine Mutter aus Habgier umgebracht hat, wurde er nicht wegen Mordes, sondern wegen besonders schweren Totschlags verurteilt. Im Alter von 22 Jahren hatte der Täter bereits eine 83-jährige Rentnerin ermordet. Zwölf Jahre verbrachte er deswegen im Gefängnis. Nach seiner Entlassung in die Freiheit tötete er dann vor einem Jahr seine 69 Jahre alte Mutter.

Schon vor diesen schweren Vergehen war der ehemalige Bahn-Mitarbeiter durch Gewaltausbrüche aufgefallen: So hatte er einen Fahrgast mit der Entwerterzange geschlagen und war daraufhin versetzt worden. Während der Verhandlung hatten Gutachter gewarnt, dass von dem Angeklagten weitere schwere Verbrechen zu erwarten seien. Das Gefängnis habe ihn zu einem "eiskalten Menschen" gemacht, hatte der 34-Jährige vor der Urteilsverkündung über sich selbst gesagt.

Bei Prozessauftakt im vergangenen November hatte der Angeklagte den Richter mit dem "Hitler-Gruß" und einem Schwall von Beleidigungen begrüßt. Daraufhin war er von acht Wachtmeistern überwältigt und aus dem Saal geschafft worden.