Höhlendrama Der Wasserpegel steigt
Besancon - Es ist ein Wettlauf mit dem Tod. Und es ist ein Wettlauf zwischen den Wassermassen, die weiter in die Höhle strömen und den Pumpen der Helfer, die das Wasser aus der Höhle schaffen sollen. Inzwischen versuchen 140 Helfer die Schweizer Studentengruppe aus der überschwemmten Höhle zu retten. Die fünf Männer und drei Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren waren am Mittwochabend in die 415 Meter lange Goumois-Höhle im französischen Departement Doubs abgestiegen und von einem plötzlichen Wasseranstieg überrascht worden. Feuerwehrleute, Taucher und Polizisten versuchten den Eingang zur Höhle freizulegen. Starke Regenfälle, die am Donnerstag noch anhielten, hatten zu dem Hochwasser geführt.
Ein französischer Feuerwehrmann, der die Höhle kennt, äußerte sich pessimistisch über die Überlebenschancen der Eingeschlossenen. Wegen der starken Regenfälle sei die Höhle "sehr gefährlich". Die Helfer seien immer besorgter, da der Wasserpegel in der Höhle steige, sagte ein Sprecher der Präfektur in Besancon. Außerdem sei man seit Mittwochabend ohne jede Nachricht von der Studentengruppe aus Zürich.
"Höhle steht fast ganz unter Wasser"
Die Eingeschlossenen "stehen wahrscheinlich tief im Wasser, denn die Höhle ist klein und steht fast ganz unter Wasser", sagte der Sprecher. Sie hätten "kaum eine Chance, sich in Sicherheit zu bringen".
Die Armee pumpte mit Spezialgerät elf Kubikmeter Wasser pro Minute ab. So konnte der Wasserspiegel am Vormittag um 70 Zentimeter gesenkt werden. Damit aber Bergungstrupps in die Höhle eindringen können, muss der Wasserpegel weiter abgesenkt werden. Taucher konnten wegen schlechter Sichtverhältnisse und der starken Strömung bisher nicht eingesetzt werden. An der Unglücksstelle wurde eine medizinische Notstation eingerichtet.
Bei den Eingeschlossenen handelt es sich um Studenten der Hochschule für soziale Arbeit in Zürich. Die Tour wurde von einem Reisebüro für Erlebnispädagogik organisiert.