Hohes Suchtpotential - DER SPIEGEL
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SACHBUCH Hohes Suchtpotential

• aus DER SPIEGEL 12/2005
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Gesundheit ist die einzige satirefreie Zone in unserer Gesellschaft, hier herrschen die strengen Regeln der Political Correctness. Diesen Satz des Psychotherapeuten Michael Lütz wählten der Ernährungswissenschaftler Udo Pollmer, der Arzt Gunter Frank und die Biologin Susanne Warmuth als Motto ihres »Lexikons der Fitness-Irrtümer«. Die drei Autoren gehen noch weiter: Sie verweisen den Großteil des inzwischen zur Allgemeingültigkeit avancierten Wissens über Sport in die Sphäre des Glaubens und Aberglaubens. Etwa die Meinung, Sport schütze vor Suchtgefahren. Sport habe selbst ein »hohes Suchtpotential«, könne also Suchtanfälligen gefährlich werden. Auch die Ansicht, Sport beuge Krebs vor - leider Aberglaube. Nicht einmal die profane Orangenhaut kann durch Sport besiegt werden. Was uns die Autoren sagen wollen: Statt sich krank zu schinden, sollen Fitnessanhänger lieber »ein wenig Dankbarkeit entwickeln, dass das geniale Wunderwerk ihres Körpers sie bis hierhin geduldig getragen hat«. Ein Freibrief für Couch-Potatoes ist ihr Buch allerdings nicht. Menschen, die ihr Faulsein gern mit Churchills »No Sports!« rechtfertigen, erfahren: Der Premierminister ritt noch als über 70-Jähriger leidenschaftlich gern Fuchsjagden mit Hundemeute.

Udo Pollmer, Gunter Frank, Susanne Warmuth: »Lexikon derFitness-Irrtümer«. Piper Verlag, München; 428 Seiten; 9,90 Euro.

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